Hochwasserschutz in der Leineaue


Im Zuge des Ausbaus des Hochwasserschutzes in der Leineaue, der die Stadt Göttingen vor den Folgen des nächsten Jahrhunderthochwassers (zuletzt 1909) bewahren soll, sind für die nächsten Jahre umfangreiche Maßnahmen nördlich des Sandwegs vorgesehen. So soll unter anderem die Leine-Mulde, also der Bereich, in dem die Leine normalerweise fließt, ausgebaggert werden. Den Deichen hingegen sollen Stützkonstruktionen eingebaut werden, was dann auch eine Erhöhung der Deichkronen um etwa einen halben Meter zur Folge haben wird. Und diese Erhöhung, welche durch Anschüttung realisiert werden soll, wird dann vorsichtigen Schätzungen nach für etwa die Hälfte der dort noch vorhandenen Bäume das Ende bedeuten. Zum Schutz der Stadt wird dies billigend in Kauf genommen. Alternativlösungen sind nicht vorgesehen und Ersatzpflanzungen von Bäumen nur in kleinem Rahmen, weil dafür natürlich kein Geld vorhanden ist.
Schon beim Hochwasserschutzbau entlang der Flüthe zwischen Sandweg und Flüthewehr sind zig große landschaftsprägende Bäume gefällt und die Fußgängerbrücke abgerissen worden. Maßnahmen, die den Naherholungswert dieses Gebiets nicht nur während der Baumaßnahmen sondern auch nachhaltig deutlich geschmälert haben.

„Die GRÜNEN betonen, dass der benötigte Hochwasserschutz für die Innenstadt nicht zwangsläufig auf Kosten von Natur und Naherholung gehen müsse.“ Die aktuelle Planung sei pure technokratische Hochwasserschutzplanung ohne Sinn für Natur und Ästhetik.

Und so wird es weiter gehen.

Radweg auf der Reinhäuser


Immer wieder neu, immer wieder gut.
Nachdem die Reinhäuser Landstraße nun schon mehrere Monate am Stück ohne Baustelle auskommen mußte, wurden zuerst den Fußgängern, tags darauf auch den Radfahrern und in der Folge auch den armen Autofahrern in der letzten Woche endlich einmal wieder ein paar Stolpersteine in den Weg gelegt.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt oder gar diese Nachbesserungsarbeiten mit den jüngst in Gerede gekommenen Auftragsvergabepraktiken der Stadtverwaltung in Verbindung bringt.

Stern-Kino

Stern-Kino

Da würde ich gern mal wieder rein gehen. Von allen Göttinger Kinos ist es eindeutig das schönste. Die beiden Sääle sind groß, schön plüschig, die Technik ist ok, die Bestuhlung erträglich und die Atmosphäre schön altmodisch.
Aber leider kommt lost in translations nur im Capitol.

Göttinger Filet kotelettiert

walljogger

Das kostbare Göttinger Innenstadtgrundstück, auf dem früher das alte Stadtbad stand (es war so schön!), das seit nunmehr weit über einem Jahr unbebaut brach liegt und seinerzeit zum Filetstück ernannt wurde, nach dem sich alle Investoren die Finger lecken sollten.
Es wird nun beratschlagt seitens der Ratsfraktionen, wie man es vom Filet zum Kotelett umwidmen könne, um dann statt irgendwelcher doch nicht einmal am Horizont sichtbaren Investoren wenigstens Autofahrer (endlich mal wieder ein paar mehr!!!) anzulocken.
Zum Kotelett? Wie das? Nun, ganz einfach, indem man den bislang lockeren Grund befestigt und Parkplätze draus macht.

walljogger

Welch genialer Streich. Wenn dann noch, wie beabsichtigt, das ehemalige Hauptgebäude der Stadtsparkasse abgerissen wird, um Platz für Büros und Einzelhandel zu schaffen (gibt’s ja nie genug von!), dann sind wir doch einen großen Schritt weiter auf dem Weg nach Schilda.
Zum Schluß wird die ganze Innenstadt ein einziger großer Parkplatz sein. Da freuen wir uns.

Die Iduna-Brücke kurz vor ihrem Abriß

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Diesen lauschigen Ort der Begegnung, ein typisches 70iger-Jahre-Relikt will Göttingens OB Danielowski abreißen lassen.
Abreißen lassen ist seine Stärke.
Wie man auch hier sieht.
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Dieses Grundstück ist Göttingens sogenanntes Filetstück.
Hier stand bis vor gut einem Jahr die Ruine des Alten Stadtbades, dessen Schließung ich bis heute bedauere. (Bin halt ewig gestrig. Der Neubau eines Spaßbades auf der Eiswiese wurde kein adäquater Ersatz.)

Das ganze Areal wurde planiert dank Herrn D (siehe oben). Kauft aber trotzdem keiner. Niemand investiert derzeit in Filetstücke.

Und nun zur Brücke über die Weender Landstraße. Sie verbindet den Campus der Uni mit dem Iduna-Zentrum. Beides keine Stätten, die geeignet wären, das Lebensgefühl spontan zu heben.

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Auch ist es nicht andem, daß diese Brücke irgendeinen ästhetischen Liebreiz hätte.
Aber sie fügt sich in seltener Nahtlosigkeit in die Umgebung ein.

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Und:

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Sie spendet Schatten.

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Und:
sie hilft drüber hinweg.
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Ob man erwarten darf, daß dieser Ort an Attraktivität gewinnen wird – ohne die Brücke?

Im Klosterpark Weende

Seit bald 25 Jahren wohne ich in Göttingen und habe heute erst entdeckt, daß es in Weende, mitten zwischen dem Lärm der Hannoverschen Straße und der grau-geschäftigen Öde des Gewerbegebiets Lutteranger ein beinahe paradiesisches Kleinod gibt: