Die Lange Geismarstrasse

LangeGeismar

Nach der Arbeit zog ich los, um für die Schulkinder Zirkel zu kaufen. Dachte mir, übst du doch gleich mal praktische Solidarität mit den Anliegern der neuesten Göttinger Großbaustelle, von denen einige bereits im Vorfeld um ihre Existenz bangen.
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LangeGeismar

Ausgerechnet zu dieser Zeit wurde mit diesem Gerät hier die Straße regelrecht aufgeschnitten. Man kann sich das ja kaum vorstellen, was für ein infernalischer Lärm dabei entsteht. Alle Passanten hielten sich unwillkürlich mit Kraft die Ohren zu. Ich mit meinem Fahrrad konnte mir nur eins zuhalten und flüchtete schnell in den Papierwarenladen, dessen Türen allerdings so weit geöffnet waren, dass das lärmmäßig keinerlei Unterschied machte.
Wie kann man unter solchen Bedingungen als Verkäuferin arbeiten?!
Dort kann frau! Ich bekam sogar eine außerordentlich freundliche und kompetente Beratung, welcher Zirkel welche Vor- oder Nachteile und deshalb für Schüler mehr oder weniger geeignet sei. Über das Kreischen der kreißenden Straße hinweg nette Worte und mehrere freundliche Lächeln!
Wie sie das aushalte, musste ich sie unbedingt noch fragen. Sie nehme es mit Humor und ab nächste Woche habe sie Urlaub.
Da kann ich ihr nur wünschen, dass die groben Tätigkeiten nach ihrem Urlaub vorbei sind! Und dass sie nicht schon vorher einen Hörsturz erleidet!

Wärmedämmung?!

SchieferWeg
Folgen der Verordnung?
Sicher eine Geschmacksfrage, aber: niemals, um keinen Preis, würde ich so eine schöne Backsteinfassade mit Plastik verkleiden.

Der Wendebachstausee

wurde geflutet. Nur mal so zum Test, weil es gerade mal geregnet hatte.
Denn dazu sei er ja da, sagt arrogant und dummdreist der zuständige Amtsschimmelinhaber.
Das Problem dabei ist, dass gerade jetzt rund um den See jede Menge seltene Tierarten, vor allem Vögel brüten. Bzw. gebrütet haben. Denn vermutlich hängen sie jetzt in den Rosten des Abflusses.
Wie das Göttinger Tageblatt lakonisch schreibt, habe man bei der Gelegenheit festgestellt, dass im Deich undichte Stellen sind.
Außerdem sei beachtlicher wirtschaftlicher Schaden entstanden. Denn nicht nur die Vögel brüten gerade, sondern auch die Badesaison soll bald eröffnet werden. Am Wendebachstau wird das aber erstmal nichts, denn da ist Land unter. Und wenn das Wasser abgelaufen ist, wird erstmal langwierig aufgeräumt werden müssen.
Dass ein Naturlehrpfad, gerade neu angelegt, ebenfalls überschwemmt und vermutlich zerstört wurde – Pech eben.
Der zuständige Amtsvollstrecker sieht das ganz cool und findet den Zeitpunkt dieses Tests angemessen und deshalb seine Entscheidung völlig richtig.

[Anmerkung: Für das Fehlen von Links bitte ich um Absolution, der Artikel war vor ein paar Tagen schon im GT und ich finde ihn einfach nicht mehr.]

Keine Atempause

Geschichte wird gemacht.
Es geht voran.
Das Schnitzeln wird fortgesetzt.

Vernissage0

Jetzt sind die weithin sichtbaren, das Gesicht der ganzen Gegend prägenden Pappeln an der Leine dran. Egal, wievielen Vogelarten sie ein Zuhause bieten. Egal, welch prächtigen Anblick sie jedem bieten, der an der Leine entlang Richtung Kiessee spaziert oder radelt. Egal, wie lange es dauern mag, bis da je wieder gleichwertiger Baumbestand nachwächst.

W A R U M ???

Abholzaktion auf Leineberg

Einmal mehr durfte das Göttinger Grünflächenamt Feingefühl zeigen, als es darum ging, das kleine Waldstückchen zwischen Leineberg und Bahndamm zu pflegen. Wie die Axt im Walde haben sie sich aufgeführt, die Experten.

Was sie hinterlassen, ist ein Bild der Verwüstung, vor dem man letztlich fassungslos steht und sich fragt, welche Wut zu so einem Ergebnis geführt haben mag.

Radler-Falle


Besonderes Hobby von Straßenbaufirmen scheint es zu sein, aufgerissene und vorläufig fertiggestellte Straßenabschnitte nur halbherzig abzudecken und damit auch nur beinahe wieder befahrbar zu machen.
Für Radler ein beachtlicher Genuss.
Wenn so ein Zustand wie hier in der Elbinger Straße (Göttingen-Südstadt) bereits ein halbes Jahr andauert, bleibt nur die weiträumige Umfahrung, außer natürlich, man ist einer der ganz Harten.

Erst bauen dann wieder aufreißen



Altes Spiel, immer wieder neu, immer wieder gut. Dieser formschöne und ästhetisch beachtliche Radweg wurde erst vor wenigen Monaten fertig gestellt.

Vorläufig, wie man sieht. Denn mittlerweile ist er auf einer Gesamtlänge von knapp 500 Metern wieder 5 mal aufgebuddelt. Eine bemerkenswerte Leistung.

Eine ideale Strecke, um sich auf den Riesenslalom der nächsten Saison vorzubereiten.Vermutlich hat sich hier einmal mehr die Marketingabteilung der Stadt durchgesetzt.

Güterbahnhof, Vorplatz


Und dann ist er auch schon seit Jahren stillgelegt. Schließlich rollen Güter nicht auf Schienen sondern auf Straßen. Herr Stolpe wird es nicht müde, diesen Zustand weiter bis in alle Ewigkeit festzuzementieren.
Immerhin gibt es in Göttingen rege Bemühungen, das verwaiste Bahngelände als Güterverteilzentrum wieder zum Leben zu erwecken.

Danke Northeim!

Gegen die geplante Erweiterung des Göttinger Konsumtempels Kaufpark, die den erhebenden Namen Kaufpark 2 zumindest als Arbeitstitel trägt, äußerten nicht nur völlig zu Recht die Innenstadteinzelhändler erhebliche Bedenken.
Die Stadt Northeim zieht dagegen jetzt sogar vor Gericht. Gut so. Wenn diese überflüssige, sinnlose und zerstörerische Bauaktivität schon nicht völlig zu verhindern sein wird, dann ist doch jedenfalls jedes Mittel recht, das verzögernd, aufschiebend und hindernd wirkt.
Die eigennützigen Motive der Stadt Northeim beleuchten wir hier allerdings lieber auch nicht näher. Denn die sieht natürlich auch nur ihre eigenen Felle davon schwimmen.

Endlich wieder türmen!

Die Johanniskirche prägt mit ihren zwei unterschiedlichen Türmen das Stadtbild Götingens. Um ihre Renovierung hat es in den letzten Jahren viel Wirbel gegeben. Zeitweise drohte gar wegen akutem Geldmangel der Abriss. Glücklicherweise fanden sich zur Abwendung dieser Katastrophe jedoch ausreichend Geldgeber, so dass die Renovierung nunmehr ihrer Vollendung entgegensieht. Die Türme werden schöner denn je das Dach der Stadt schmücken.
Aber das ist noch nicht alles. Da ist noch die Sache mit der Wohnung. Unterm Dach des Nordturms gibt es die ehemalige Türmer-Wohnung, die bis zur Renovierung von Studenten bewohnt war. Ja, wir steigen jeden Tag die Treppen zu Fuß hinauf. Und nein, wir sind keine Theologiestudenten stand an der Eingangstür. Viel Platz zum Wohnen ist dort nicht. Und das Leben, 237 Stufen über der Fußgängerebene, ohne fließend warm Wasser, ist sicher in spezifischer Weise beschwerlich. Aber auch sicher absolut einmalig, malerisch, phantastisch.
Nur ein Mal war ich dort oben, als Tourist quasi, zahlte meine 2 Mark, erklomm die endlosen Treppen und genoss sowohl den herrlichen Blick über Stadt und Land als auch diese Schnurre, dass da oben Leute wohnen.
Jeden Samstag Mittag spielte dort auch noch jemand Trompete. Da legte sich von oben der Klang getragener Weisen wie eine Botschaft aus anderer Zeit über die Hektik des Samstagseinkaufs. Eine Oase. Mir fehlt das richtig.

Jetzt aber wurde mit deutscher Gründlichkeit festgestellt, dass durch die Turmrenovierung die Türmerwohnung nicht mehr den heutzutage notwendigen Sicherheitsbestimmungen genügt. Irgendwelche Feuerrettungsvorschriften oder so etwas werden nicht befriedigt. Und deshalb wird, soweit der aktuelle Stand, dort oben niemand mehr wohnen dürfen. Und auch Besuchern wird der Zugang verwehrt bleiben.
Was für ein Verlust! Schilda lässt grüßen!
Bleibt nur zu hoffen, dass man sich seitens der Stadt durchringen kann, wenigstens für diesmal über den Schatten des Amtsschimmels zu springen.

Deswegen mal an dieser Stelle ganz ausdrücklich: ich wünsche mir, dass die Türmerwohnung wieder bewohnt wird, dass man dort als Besucher wieder hinaufsteigen darf und dass der Tromptenspieler wieder seine Samstagsmittagskonzerte gibt. Das wäre ein kleines Stück Rückkehr heiler Welt.