Harz-Wanderung

Bei strahlender Sonne zeigten sich Kästeklippen und Okertal von ihren schönsten Seiten. Obwohl die Tour nur 10 km lang ist, ist sie ganz schön anstrengend. Es geht viel bergauf und -ab und die Wege sind zum großen Teil steinig bzw stark verwurzelt. Man sollte wenigstens 5 Stunden einplanen, damit man die Blicke von den Klippen in Ruhe genießen und in der Oker ausgiebig auf den Felsen herumstromern kann.

fridays for future

Unsere Kinder machen es uns vor. Ich finde das großartig und genau richtig.

Wir können nicht einfach immer nur bequem so weiter machen wie bisher, sondern müssen all die Veränderungen, über deren Notwendigkeit wir uns seit Jahren im Klaren sind, endlich umsetzen. Und zwar grundsätzlich und konsequent.

Es reicht nicht, ein paar E-Mobil-Ladestationen zu installieren oder die etwaige Möglichkeit von Dieselfahrverboten zu erwägen. Stattdessen muss endlich die Individual-Mobilität an sich in Frage gestellt werden. Auf dem Weg dahin allerdings: Leute, lasst eure schweren Diesel und vor allem eure extrem umweltfeindlichen SUVs in der Garage und schwingt euch aufs Fahrrad. Fahrt aus eigener Kraft, steigt Treppen, geht zu Fuß! Und wenn es zu weit ist, fahrt Bahn oder Bus!

Es geht auch einfach gar nicht, dass angesichts des Aussterbens von 75% aller Insekten in den letzten 30 Jahren in Deutschland erneut Insektizide für die landwirtschaftliche Nutzung freigegeben werden, statt diese sofort grundsätzlich zu verbieten.

Heute ist weltweiter Klimaaktionstag. Abertausende Schüler und hoffentlich auch ein paar Eltern gehen auf die Straße und geben uns zu verstehen, dass was passieren muss. Begreifen wir es als Chance, ja mehr noch: als Gelegenheit, die hoffentlich nicht die letzte sein wird, unser Leben so zu verändern, dass es auch morgen noch lebenswert sein wird!

Übrigens gibt sogar das Wetter selbst heute erneut ein klares Statement ab und stürmt!

Gerade im Zweifel für Europa

Natürlich gibt es reichlich Gründe gegen die EU zu meckern bzw. viele Gründe sie zu verlassen oder gleich abzuschaffen.
Ich finde, es gibt deutlich mehr und vor allem wichtigere Gründe, im Sinne der offenen Gesellschaft und des Friedens, in dem wir in Europa seit Jahrzehnten leben –
für ein vereintes Europa!

In diesem Sinne, vielen Dank Monsieur Macron, für Ihren Appell!
Es gibt einige Passagen in Ihrem Brief, die vielleicht nicht wirklich zielführend oder zumindest wahnsinnig ungenau formuliert sind, wie etwa Ihre Einlassungen zur Abschottung der Grenzen. Wir sollten uns klar gegen feindliche Übernahmen durch global player abgrenzen, stattdessen immer offen sein für Menschen in Not – auch in wirtschaftlicher Not – die oft genug erst durch Verfolgen europäischer Interessen entstanden ist.
Und ja, wir müssen unbedingt klare Positionen beziehen für klima-erhaltendes Wirtschaften, für die Unantastbarkeit der Würde aller Lebewesen – und für eine Entwicklung und Nutzung der Informationstechnik, die sich nicht daran orientiert, was möglich ist, sondern an dem, was für Erhalt und Entwicklung des Lebens auf diesem Planeten notwendig und förderlich ist!
Das tut Ihrer Sache aber keinen Abbruch. Im Gegenteil, ich danke Ihnen für Ihre Entschlossenheit, dafür, dass Sie es einfach getan haben: uns allen zu sagen, was jetzt Sache ist. Worum es bei der Europawahl geht.

In diesem Sinne: bonne chance, Monsieur Macron! Und vor allem: alles Gute, Europa!

Klima-Einschläge kommen näher

Der Sommer 2018 wurde von uns sehr geschätzt. Sprüche wie „wenn das der Klimawandel ist, soll er gern kommen“ machten wir reichlich. Zugleich schlich sich ein zunehmend mulmiges Gefühl ein, weil es so viele Monate fast gar nicht regnete. Man sah und fühlte die Trockenheit.
Seit Oktober hat sich das hierzulande wieder deutlich relativiert. Es ist zwar ein irgendwie labberig lauer Winter, aber es ist feucht und ungemütlich und fühlt sich “normal“ an.
Im Gegensatz zu den Nachrichten aus den USA (Kältewelle bis -40 Grad) oder Australien (Jahrhundert-Regen im Norden), den Polarregionen oder Sibirien, wo überall das Eis abschmilzt bzw. der Permafrostboden auftaut. Da und auch sonst überall lauern Katastrophen ungekannten Ausmaßes.
Und es muss eigentlich jedem klar sein, dass wir nicht so weiter machen können wie bisher, sondern dass sich sofort etwas ganz gravierend ändern muss!
Jeder Mensch muss sich Gedanken darüber machen, was er zur Abmilderung der Geschwindigkeit des Klimawandels beitragen kann. Jetzt SUV zu fahren oder gedankenlos durch die Weltgeschichte zu jetten, sägt wirklich unmittelbar an dem Ast, auf dem wir sitzen. Wir alle. Stattdessen müssen wir unseren Politikern heftig auf die Füße treten, damit sie sich bewegen und tätig werden. Wir dürfen sie nicht weiter nur abzuwiegeln lassen!
Es müssen sofort Konzepte erarbeitet werden, wie bereits erarbeitete Klimaziele schneller und effizienter erreicht werden und wie wir anderen Ländern bei der Erreichung ihrer Ziele helfen können! Wir haben die Ingenieure, das technische Know-how und die politische Möglichkeit. Richtig koordiniert ließe sich aus konzertierten Klima-Rettungsaktionen womöglich sogar Wirtschaftswachstum generieren. Man müsste nur wollen!

Nach Italien?

Da ich seit langem gern einmal richtig Bahn-Urlaub machen möchte, habe ich mich mal umgeguckt, was so geht.
Und siehe da, es gibt Ziele in Südeuropa, die man auch ohne Flugzeug in akzeptabler Zeit erreichen kann und wo sogar der Weg auch schon ein Ziel sein kann:

Bahnreiseberichte – Sizilien

Und wenn man schon mal in der Gegend ist, kann man auch gleich hier noch mal vorbeigucken:

Vulkan-Tourismus auf Stromboli

Bescheuerte Ansagen

Er sehe im Tempolimit eine Gängelung für die Autofahrer, schreibt der Verkehrsminister in der Bild am Sonntag. Und dann stellt er noch die Notwendigkeit strenger Grenzwerte für Feinstaub in Frage.
Dies als Ergänzung (oder Steigerung oder Abwiegelung?) zu seiner vormaligen Äußerung, Tempo 130 auf Autobahnen habe nichts mit gesundem Menschenverstand zu tun, sondern schade nur der Wirtschaft.

Und Frau KK sagt dazu, „wir sollten keine Phantomdebatten führen, die mehr den Anschein erwecken, dass man eine ganze Gruppe, nämlich die Autofahrer, quälen und bestrafen will, als dass man wirklich damit eine sinnvolle Klimaschutzdebatte führen will“. Man fragt sich, was will sie damit eigentlich sagen?!

Eigentlich ist dem kaum etwas hinzuzufügen. Aber ich möchte klarstellen, dass die Behauptung „alternativer Fakten“ nur die Wahrnehmung der Realität verändert, nicht die Realität selbst. Allerdings spielt das historisch möglicherweise nur eine nachrangige Rolle.

Der Herr Frey und sein Golfplatz

Er selbst wolle den Golfplatz nicht bauen und erst recht nicht betreiben. Und wenn die ökologischen Voraussetzungen nicht gegeben seien, die Bevölkerung Geismars den Platz nicht wolle oder er sich nicht finanzieren lasse, dann würde das Projekt nicht durchgeführt. Sagt Herr Frey.
Eigentlich ist die Sache damit dann ja wohl vom Tisch.
Die ökologischen Argumente gegen das Vorhaben könnten stichhaltiger kaum sein: es gibt Untersuchungen der Universität Göttingen, die den besonderen Lebensraum der ehemaligen Bauschuttdeponie Geismar belegen, genauso aber auch seinen besonderen Schutzbedarf, was insbesondere meint: das Gelände darf nicht grundlegend verändert werden. Was durch den Bau eines Golfplatzes aber kaum zu vermeiden wäre.
Es gibt von der Bevölkerung nach kurzer Zeit bereits über 4000 Unterschriften gegen einen Golfplatz. Demgegenüber steht eine nach Aussagen eines passionierten Golfspielers sehr optimistische Schätzung von potenziell 1000 Golf-Interessierten, die den Platz gegebenenfalls nutzen würden. Die Schätzung ist von 2007 oder 2008. Der Zulauf zu dieser Sportart ist seitdem nicht gestiegen, sondern gesunken.
Tatsächlich ist es so, dass der Bedarf an Golfplätzen allgemein stagniert, wenn er nicht gar sinkt. In der näheren Umgebung gibt es bereits mehrere Golfplätze, die hart um ihre Mitglieder kämpfen müssen. Wie soll da ein weiterer Platz, der zudem noch für das “Volk” offen sein soll, also mit demnach deutlich verminderten Einnahmen durch Club-Mitglieder auskommen muss, finanzierbar sein?
Drei von drei K.O.-Kriterien.
Worüber also will Herr Frey noch nachdenken?
Was soll dieses Herumgeeiere, dieses gar zu offensichtliche Spiel mit verdeckten Karten?
Was sollen diese albernen Sprüche von Denkverboten und Neiddebatte, mit der die offenbar ausschließlich der SPD-Fraktion entstammenden Golfplatz-Vordenker Stimmung zu machen versuchen? Das ist doch schlichtes Stammtischniveau, mit dem von vermutlich ganz anderen Intentionen ablenkt werden soll. Nur welche Intentionen sind das? Wessen Geld steht da im Hintergrund und wem wurde es wofür versprochen? In dieser Richtung sollten Denkverbote vermieden werden! Und wenn hier schon das Wort Transparenz ins Spiel gebracht wird, dann lege er bitte offen dar, worauf diese seltsamen Denkspiele hinauslaufen sollen, der Herr Frey.
Bis hierhin vielen Dank!

kleine Wintergemeinheiten

Mir ist lausig kalt, vor allem am frisch geschorenen Kopf. Eine längerer Spaziergang kommt für die Mittagspause daher gar nicht in Frage. So klappere ich nur ein paar Läden ab, fühle mich unangenehm berührt, dem Oberbürgermeister und seinem Stadtbaurat zu begegnen und den einen zum andern sagen zu hören, da bringe er ihn aber in eine unangenehme Lage, und flüchte letztendlich ins Kaufland. Kekse kaufen.
An der Kasse nur eine ganz kurze Schlange. Beide Kunden vor mir fragen auf die Frage der Kassiererin, ob sie den Beleg mitnehmen wollten, zurück, was diese gesagt habe, worauf sie ihren ganzen langen Spruch noch einmal genauso daher nuschelt wie zuvor. Als ich an der Reihe bin, mache ich mir den Spaß und tue das gleiche noch ein drittel Mal. Und auch die Verkäuferin leiert ihren Spruch ein drittes Mal runter. Natürlich brauche ich den Bon nicht und lehne mithin freundlich dankend ab.
Aber wirklich wärmer ist mir danach nicht.