Corpora delicti

Diese Graffiti zieren seit einiger Zeit (seit Monaten?!) eine ansonsten unscheinbare, um nicht zu sagen häßliche Betonwand an der Rückseite eines Parkplatzes mitten in Göttingen.
Hätte nicht das GT darüber berichtet, sie wären mir nie aufgefallen, weil man sie von der Straße aus nicht sieht. Da aber der Staatsschutz (!) hier ermittelt, erschienen nun schon mehrere Artikel im Lokalblatt zu diesem Vergehen im öffentlichen Raum.

Die Graffiti beziehen politisch Stellung zu Flüchtlingslagern, zu Sexismus und zu systematischer Gewalt.
Die Frage, ob das Kunst sei oder wegkönne, ist inzwischen so abgedroschen, dass sie schon peinlich rüberkommt, insbesondere angesichts solcher herausragenden Arbeiten, die alles andere als banal sind, deren Statements man aber eben auch nicht mit einem Achselzucken abtun kann. Womöglich nötigen sie der Betrachter*in den einen oder anderen Gedanken ab.
Aus meiner Sicht handelt es sich ganz klar um eine Aufforderung: Denk mal!

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