Reiselust

Morgens beim Laufen durch den Blütenstaub (wird es wohl je wieder regnen?) denke ich noch, daß ich eigentlich ganz schnell wieder nach Paris möchte.
Aber wenn ich das lese, dann vielleicht doch erstmal nach Ägypten?

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der Atomstaat…

…und das nukleare Proletariat.
Erinnern Sie sich an Silkwood? Eine wahre Geschichte, die einen damals in den 80ern schon in all seinen Befürchtungen aufs unangenehmste bestätigte. Was sich heute in Japan abspielt, ist eine vielfache Potenzierung dieses Leids, dieses Übels!
Die Definition der Sicherheit von Atomkraftwerken ist offensichtlich überhaupt nur möglich, wenn man den großen Anteil an Menschen, Tieren, Pflanzen und einfach Welt, der durch Atomkraft zu Schaden kommt, ausblendet. Sie erklären einfach gewisse Landstriche oder Meeresbereiche zu verbotenen Zonen, schirmen nicht nur die Strahlung, sondern auch jegliche Nachrichten aus diesen Zonen ab – und tun dann so, als seien wir “sicher”.
Frei nach dem Motto: Irgendwer muß halt in den sauren Apfel beißen. Irgendwie sind ein paar tausend oder hunderttausend Menschen ja auch nur irgendwelche Typen. Wen interessiert schon, wieviele von ihnen ausnullen. Und auf welche Weise.

Handbuch der Hilflosigkeit

Nicht nur die 50 Helden von Fukushima gucken weitestgehend hilflos den katastrophalen Ereignissen zu, stolpern durch Schutthalden und patschen hungrig und übermüdet durch radioaktives Wasser, auch das Management der Betreiberfirma zeichnet sich durch unfaßbare Planlosigkeit aus. Die Chronologie der Ereignisse des vergangenen Monats kann man getrost ein Handbuch der Hilflosigkeit nennen, das die japanische Regierung mit ihren täglich neuen und immer wieder gleichen Durch- und Hinhalteparolen formell besiegelt.
Und die Welt sieht derweil hilf- und planlos zu, wie nicht nur ein ganzes Land nach und nach radioaktiv verseucht wird, sondern auch das Meer. Das Grauen breitet sich seit einem Monat ungehindert aus.
Sie können aber beruhigt sein: für Sie besteht keinerlei gesundheitliche Gefahr. Alle Werte sind weit unterhalb der gesundheitlich bedenklichen Grenzwerte.
Wir haben das im Griff, das Handbuch der Hilflosigkeit, blättern darin, lassen uns gelegentlich aufschrecken von den Drohgebärden der Atomkonzerne, die den Strom teurer machen wollen, den wir doch einfach nur aus der Steckdose benötigen. Für unsere Akkus. Damit wir on bleiben und allzeit informiert sein können. Bzw damit wir uns weiterhin eine Traumrealität so zusammenklicken können, wie wir sie gerade benötigen.

Anradeln zum Wendebach

mit Fahrrädern durch blühende Landschaften: Kirschen, Weißdorn, Forsythien.
Und die relative Gewißheit, daß die Sonnenstrahlung selbst durchs Ozonloch lange nicht so gefährlich ist wie die radioaktive, die den Japanern diesen Frühling – und wer weiß, wie viele noch! – verhagelt.
Stellen Sie sich nur vor: es ist Frühling – und Sie dürfen nicht hingehen!