bei H in H

Gestern kam ich nach Hause, eigentlich so richtig guter Laune, und dann war niemand da. Kind2 war mir auf dem Rad entgegen gekommen, zum Fußball unterwegs. Kind3 und B beim Reiten, dachte ich. Ich bastelte dann neue Bremsbeläge an mein Fahrrad. Danach guckte ich, was es eventuell zum Essen vorzubereiten gäbe, fand aber nichts, was sich eignete. Da ich für 8 mit H in H verabredet war und es auf halb sieben zuging, machte ich mir einfach mal Brot und mampfte in der Küche allein vor mich hin.

Um viertel vor sieben kam dann Kind3 allein nach Hause und erzählte, daß B notfallmäßig ins Krankenhaus mußte, Hebammenalarm. Also machte ich Kind3 auch noch was zu essen und hoffte, daß Kind2 denn bald mal nach Hause käme.
Schließlich fuhr ich um 7 vor 8 los zu H und ließ Kind3 allein, nachdem ich mit B telefoniert hatte.

Bei H war es sehr nett. Der wohnt einfach traumhaft in H mit Blick über die ganze Stadt, das wär was für mich. Vom Berg dorthin und überhaupt der Richtung mal abgesehen. Hinter Grone würde ich dann doch nicht wohnen wollen.

Wir guckten uns mit Picasa und den Windows-Anzeigemöglichkeiten Bilder auf seinem Notebook an, sehr schöne Landschaftsbilder von den Kanaren und aus Afrika. Außerdem Blütenbildchen und die Synagogengedenkstätte in Göttingen. Eigentlich hätte er gern Tipps für Lightroom von mir gehabt, aber das war einem Installationsversuch von Photoshop zum Opfer gefallen.
Seine Bilder sind großteils eher langweilig, so Sachen, wie ich sie früher auch ständig zu machen versuchte, die perfekte Landschaft halt und so. Er photographiert kaum Leute, nichts bewegtes und kaum gewagte Lichtsituationen, aber er ist sehr engagiert, sehr begeisterungsfähig – und das ist eigentlich viel wichtiger.
Wenn er ein bißchen jünger und beweglicher wäre, sähe ich einiges an Möglichkeiten. Da er aber doch schon deutlich älter ist als ich, arrivierter, viiieeel etablierter und eingefahrener, stelle ich es mir nicht so richtig einfach vor, daraus eine Freundschaft zu entwickeln.
Was mich für ihn einnimmt, ist seine offene Herzlichkeit, sein Interesse und seine für sein Alter erstaunliche Bereitschaft was von sich zu erzählen. Nur mit dem Zuhören, das ist noch ausbaufähig.

Die Zeit war natürlich sehr begrenzt, da ich erst um zehn nach acht oder so bei ihm war und eigentlich gern um halb elf spätestens auch wieder gefahren wäre. Das wurde natürlich später.
Aber es wird bestimmt ein nächstes Mal geben und ich freue mich sehr darüber einen so ausdrücklich Photobegeisterten hier in der Nähe gefunden zu haben, dem ich auch mal was zeigen kann. Und wenn es nur der Umgang mit der Software ist…!
Und bei ihm mal abends auf der Terrasse sitzen und über die Stadt schauen, dazu ein vielleicht mehr philosophosches Thema…

Heute Morgen mußte ich dann aber doch mal bei B meckern, wie das gestern gelaufen ist. Daß mir kein Mensch mal was gesagt hat und so.
Und mit den Kindern muß sich der morgendliche Ablauf mal klar ändern. Diese ewige Hektik verdirbt mir einfach regelmäßig die Laune.

das Netz am Himmel

Viel Rauch um nichts: war das schön!

Nun fliegen sie also wieder.
Ach wie schön das war mal einen blauen Himmel über sich zu haben.
Wie fies die fetten Kondensstreifen jetzt gleich wieder wirken.
Wie ein völlig überdimensioniertes Spinnennetz, das über uns gestülpt wird.
Und genau das ist es doch auch: es hält uns gefangen im Mobilitätswahn und gaukelt uns eine abwegige Illusion von Freiheit vor. Eine Illusion, an der wenige jetzt wieder viel verdienen und durch die viele noch mehr verlieren.

Netz-Neutralität

Die Internet-Mafia will uns unsere Blogs wegnehmen. Das lassen wir uns aber nicht gefallen!

Zugleich muß man ja mal fragen, ob oder wo das Netz denn jetzt neutral ist. Und damit meine ich nicht nur China oder Iran. Auch im freiheitlich demokratischen Deutschland kommen nicht alle gleichermaßen ins Netz. Finanzielle Grundvoraussetzungen sind ebenso notwendig wie eine gewisse Intelligenz (und damit sowas wie Bildungsniveau?), will man das Netz nicht einfach nur als Verlängerung von Verdummungs-TV nutzen.
Wie endlich die Freiheit ist, innerhalb derer wir uns bewegen, buchstabieren uns schon unsere Innenminister seit vielen Jahren stets aufs neue vor.

All das macht nur umso deutlicher: Netzneutralität als eine von vielen Voraussetzungen für ein demokratisches und emanzipatorisches Gemeinwesen ist fraglos ein höchst erstrebenswertes Gut.

Danke, Eyjafjallajoekull


Seit vielen vielen vielen Jahren zum ersten Mal wieder blauer Himmel.


Nur so.


Nur blau.


Welche Konsequenzen werden wir daraus ziehen?
Unsere Mobilitätszwänge hinterfragen?
Nachhaltige Alternativen zum Flugverkehr entwickeln?
Island auf Schadenersatz verklagen?
Vulkanausbrüche verbieten?
Oder einfach weltweit Stopp-Schilder an Vulkanen aufstellen?

Frühlingsläuten

schillerstr
Ein paar warme Tage, endlich! Fast 20° am Nachmittag, Sonne den ganzen Tag, eine wunderbar frisch und belebend riechende Luft und morgens in einem Meer von Amselgesang in die Dämmerung hineinlaufen.
Die schönsten Tage im Jahr, in gewisser Weise.

Gleich 2 Töchter weniger

Am Ostersamstag schon nachmittags kam Alain, um dann am Ostersonntag nach dem Mittag seine Hélène und unsere Helen mit nach Rouen zu nehmen. Das war alles andere als locker wegzustecken. Der Abend am Osterfeuer mit Alain war schon irgendwie seltsam. Er beansprucht viel mehr Aufmerksamkeit, als man ihm gewähren möchte, zumal er meist nur über seine Themen spricht und das natürlich strikt auf französisch.
So suchten wir ihn denn nach dem Feuer auch schnell wieder loszuwerden. Er fuhr dann ins Hotel und wir setzten uns noch ein letztes Mal alle zusammen vor die Glotze. Die drei Großen wollten das gern.
Ich blieb dann doch nicht allzu lange dabei, hatte aber ein sehr wohliges Gefühl dabei, die drei zusammen da zurück zu lassen.
Am Sonntag gab es nettes Brunch mit Toby und Dagmar und Alain. Die Stimmung war gut, wenn auch schon deutlich vom drohenden Abschied gezeichnet. Der wurde dann echt hart. Alles waren am Heulen, sogar Gregor, was dann sehr spontan auch Bine und mir die Tränen in die Augen trieb.
Und dann waren sie weg, das Haus auf einmal total leer und furchtbar still.

Elisa bekommt nun etwas mehr Aufmerksamkeit, Gregor vermutlich noch mehr im Vergleich zu vorher, was den beiden bestimmt gut tut.
Und Helen hat ganz allein aus eigenem Antrieb ein Weblog angefangen, in dem sie mit Photos und kurzen, auf den Punkt gebrachten Texten erzählt, was sie erlebt. Ich bin sehr angetan davon. Und so ist sie auch ganz schnell gar nicht mehr so weit weg. Im Gegenteil: es ist äußerst spannend zu sehen und zu lesen, was in Rouen / Bihorel geschieht und ich kriege von ihr womöglich sogar mehr mit, als wenn sie zuhause wäre…

Osterwolken

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Durchwachsenes, aber durchaus faszinierendes Wetter.

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