Objektiv betrachtet: Canon EF-S 15-85

Seit letzten Sommer suche ich nach einem Objektiv für meine Digi-Eos, das mir das Objektivwechseln erspart. Ich weiß, das ist eigentlich nicht der Sinn einer DSLR, daß man sie immer mit demselben Objektiv nutzt. Aber ich reise nicht gern mit schwerem Photogepäck und ich möchte da auch nicht minutenlang rumfummeln müssen, wenn mir ein Motiv auffällt. Da ich viel und liebend gern in Städten rumlaufe und dort meine Motive meistens eher unverhofft finde, ist Geschwindigkeit meistens das wichtigste, um ein Bild überhaupt machen zu können.
Ich gucke deshalb immer schon nach guten Kompaktkameras, habe bereits eine Lumix FX 37 als Brust- und Hostentaschenknipse, mit der ich gelegentlich so gute Bilder hinkriege, daß ich selbst staune. Was mir aber am meisten dabei fehlt, ist die Möglichkeit, mit selektiver Schärfe zu arbeiten. Und natürlich die Möglichkeit, im Dunkeln zu photographieren. Das Rauschen so einer Lumix ist und bleibt grausam und hat mit Körnigkeit, mit der man früher bei hochempfindlichen Filmen gern gelebt hat – und die man heute digital gern wieder in die Bilder reinmogelt, nichts gemein.

Für meine DigiEos habe ich seit bald 5 Jahren das Tamron 28-75 mit der schönen Blende 2,8. Leider hat dieses Objektiv an einer Crop-Kamera einfach viel zu wenig Weitwinkel. Außerdem nervt der langsame, laute und oft auch ungenaue Autokus. Manuell die Entfernung einstellen geht aber auch nicht, weil der Einstellring nicht gerade feinfühlig ist und die Kamera zu wenig Einstellhilfe bietet. Mit Sehnsucht denke ich da an den Schnittbildindikator meiner Olympus OM2 zurück…

Jetzt habe ich mir nach zähem Ringen mit mir selbst wegen dem hohen Preis das Canon 15-85 gekauft. Das ist ein Objektiv, das man nur an Kameras mit APS-C-Sensor nutzen kann, also für Crop-Faktor, nicht für Vollformat. Es ist auch nicht wirklich lichtstark (3,5 – 5,6). Aber der Brennweitenbereich ist absolut genial. Auf KB-Verhältnisse umgerechnet sind das 24 – 136 mm. Von sowas habe ich immer geträumt. Und der Autofokus ist leise, schnell und deutlich genauer als der des Tamrons. Die Trefferquote ist wirklich höher.
Das liegt möglicherweise am Image-Stabilizer. Sowas schickes hatte ich bisher nur in der Lumix und da geht es wegen der Fizzelichkeit der Knipse wohl sowieso nicht ohne. Sonst verwackelt man da alles mit. Aber an einer Spiegelreflex kam ich bisher immer ohne aus.
Und jetzt mit – bin ich echt verblüfft, was das ausmacht. Im available-light-Bereich gelingen mir Bilder aus der Hand, ohne Abstützen, die ich vorher nur mit Stativ hingekriegt habe. Und es gelingt mir deutlich besser, belebte Abend-Stimmungen damit einzufangen. Die Bewegungsunschärfe beteiligter Personen kommt plötzlich als neues Bildelement hinzu, bei scharfem Hintergrund.
Nicht zuletzt ist dieses Ojektiv auch mechanisch überraschend geschmeidig und sehr angenehm einzustellen. Auch manuelles Fokussieren geht, von den Beschränkungen durch den Sucher der Kamera mal abgesehen, prima.

Ich bin begeistert. Und für’s erste tatsächlich mal gut bedient, weil ich jetzt mit 1 Objektiv losziehen kann.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. kfsch

    mit diesem objektiv habe ich auch gute erfahrungen im available-light.. gemacht. hab es an der d40 und der d7 eingesetzt. an der d7 dann nochmal um klassen besser.

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