Schon das 2. Gewitter der Saison

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Bereits letzten Freitag ging in Göttingen beinahe die Welt unter, als nachmittags ein Gewitter über die Stadt zog und es binnen Minuten so dunkel werden ließ, daß die Straßenbeleuchtung anging.
Heute drehten wir im lauen Abendlüftchen noch eine Feierabendrunde um den Block, wippten und schaukelten in aller Ruhe auf dem Spielplatz, während sich am Südwesthimmel schon eine ansehnliche dunkelblaue Wolkenfront zusammenzog. Eine halbe Stunde später blitzte es in sehr schneller Folge und donnerte fleißig, während ich mit meiner Tochter am Fenster stand und mit ihr die Blitze um die Wette photographierte. Sogar mit der kleinen Lumix gelangen ihr ihre ersten Blitz-Photos.
Doch bald kamen die Einschläge so nahe, daß die Donnerschläge das ganze Haus erzittern ließen. Das wurde schon arg unheimlich und wir beschlossen das Fenster dann doch zu schließen.
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Objektiv betrachtet: Canon EF-S 15-85

Seit letzten Sommer suche ich nach einem Objektiv für meine Digi-Eos, das mir das Objektivwechseln erspart. Ich weiß, das ist eigentlich nicht der Sinn einer DSLR, daß man sie immer mit demselben Objektiv nutzt. Aber ich reise nicht gern mit schwerem Photogepäck und ich möchte da auch nicht minutenlang rumfummeln müssen, wenn mir ein Motiv auffällt. Da ich viel und liebend gern in Städten rumlaufe und dort meine Motive meistens eher unverhofft finde, ist Geschwindigkeit meistens das wichtigste, um ein Bild überhaupt machen zu können.
Ich gucke deshalb immer schon nach guten Kompaktkameras, habe bereits eine Lumix FX 37 als Brust- und Hostentaschenknipse, mit der ich gelegentlich so gute Bilder hinkriege, daß ich selbst staune. Was mir aber am meisten dabei fehlt, ist die Möglichkeit, mit selektiver Schärfe zu arbeiten. Und natürlich die Möglichkeit, im Dunkeln zu photographieren. Das Rauschen so einer Lumix ist und bleibt grausam und hat mit Körnigkeit, mit der man früher bei hochempfindlichen Filmen gern gelebt hat – und die man heute digital gern wieder in die Bilder reinmogelt, nichts gemein.

Für meine DigiEos habe ich seit bald 5 Jahren das Tamron 28-75 mit der schönen Blende 2,8. Leider hat dieses Objektiv an einer Crop-Kamera einfach viel zu wenig Weitwinkel. Außerdem nervt der langsame, laute und oft auch ungenaue Autokus. Manuell die Entfernung einstellen geht aber auch nicht, weil der Einstellring nicht gerade feinfühlig ist und die Kamera zu wenig Einstellhilfe bietet. Mit Sehnsucht denke ich da an den Schnittbildindikator meiner Olympus OM2 zurück…

Jetzt habe ich mir nach zähem Ringen mit mir selbst wegen dem hohen Preis das Canon 15-85 gekauft. Das ist ein Objektiv, das man nur an Kameras mit APS-C-Sensor nutzen kann, also für Crop-Faktor, nicht für Vollformat. Es ist auch nicht wirklich lichtstark (3,5 – 5,6). Aber der Brennweitenbereich ist absolut genial. Auf KB-Verhältnisse umgerechnet sind das 24 – 136 mm. Von sowas habe ich immer geträumt. Und der Autofokus ist leise, schnell und deutlich genauer als der des Tamrons. Die Trefferquote ist wirklich höher.
Das liegt möglicherweise am Image-Stabilizer. Sowas schickes hatte ich bisher nur in der Lumix und da geht es wegen der Fizzelichkeit der Knipse wohl sowieso nicht ohne. Sonst verwackelt man da alles mit. Aber an einer Spiegelreflex kam ich bisher immer ohne aus.
Und jetzt mit – bin ich echt verblüfft, was das ausmacht. Im available-light-Bereich gelingen mir Bilder aus der Hand, ohne Abstützen, die ich vorher nur mit Stativ hingekriegt habe. Und es gelingt mir deutlich besser, belebte Abend-Stimmungen damit einzufangen. Die Bewegungsunschärfe beteiligter Personen kommt plötzlich als neues Bildelement hinzu, bei scharfem Hintergrund.
Nicht zuletzt ist dieses Ojektiv auch mechanisch überraschend geschmeidig und sehr angenehm einzustellen. Auch manuelles Fokussieren geht, von den Beschränkungen durch den Sucher der Kamera mal abgesehen, prima.

Ich bin begeistert. Und für’s erste tatsächlich mal gut bedient, weil ich jetzt mit 1 Objektiv losziehen kann.

Freitagstipp

Sehr sympathisches Photoblog aus der Nähe von Hamburg: deenee.de.
Und eindrucksvolle, zum Teil erfrischend rauhe Bilder zeigt 18mm aus Schweden.
Dann fiel mir noch Herr punpunpun auf.

Und Boris Nienke schreibt interessante und danke seines feinen Humors sehr nett zu lesende Artikel in seinem nsonic-Blog.

Viel zu entdecken heute!

Sucht nach Anerkennung

Seit ein paar Jahren mache ich eine Menge Photos. Erst mal für mich selbst. Weil ich es gern mache und weil ich einfach auf Bilder stehe. Ich gucke mir auch Bilder von andern Leuten gern an. Bilder sind irgendwie oft besser als die Realität. Vielleicht schon einfach, weil sie sich nicht bewegen und ich sie mir in Ruhe angucken kann, ohne daß sich etwas verändert. Außer mir selbst beim Betrachten.

Aber ich giere auch nach Anerkennung. Das stimmt. Vor Jahren schon dachte ich immer mal über diese katholischen Hauptsünden nach: die Eitelkeit (oder Hochmut?) scheint mir dabei eine der aktuell ganz wesentlichen zu sein. Und das in Verbindung mit Völlerei, diesem Nie-genug-Kriegen. Dazu paßt ja prima auch das Bedürfnis ständig online zu sein. Per Handy, Mail und Twitter nicht nur immer erreichbar zu sein sondern auch immer und jedem mitteilen zu können, welcher Furz gerade quer sitzt. Darin äußert sich ja einerseits eine kollossale Selbstüberbewertung, andererseits vielleicht aber auch noch kollossalere Einsamkeit und verfehlte Lebenslust. Denn das Leben wird ja nicht wirklich lebendiger und lebenswerter, indem ich der Welt ununterbrochen davon Mitteilung mache. Eher kommt es mir gar zu oft wie ein dauernder Zwang zur Rechtfertigung vor: guck mal hier, ich erlebe was von Bedeutung.

Vielleicht komische Gedanken. Aber meine ;-)
Und – ich gehöre da trotz meines beinahe schon biblischen Alters voll mit zu. Zu dieser Sünderkategorie. Deshalb ist es mir ebent auch so wichtig, daß Millionen von Leuten begeistert meine Bilder angucken und meine Sicht der Welt und auf das Leben vor allem toll finden. Es kränkt mich dann immer direkt und persönlich, wenn die Leute meine Lebensäußerungen nicht wahrnehmen wollen.
Täglich gucke ich mir die Statistiken meiner Photoblogs an, freue mich über hohe und ärgere mich über niedrige Klickzahlen. Über Kommentare ärgere ich mich eigentlich sowieso immer: entweder, wenn es keine gibt. Oder wenn sie inhaltlich belanglos sind.
Man schafft sich da also so ein ausgeklügeltes System von Immerwiederneuschlechtelaunemachern. Hauptsache, die Mundwinkel können erdwärts zeigen, Hauptsache, man erregt entweder Mitleid oder Abscheu, wenn es schon mit der Begeisterung nicht klappt.

Die Leine-Pappeln

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In dieser Saison fällt der Sicherungsschnitt etwas rabiater aus als in den vergangenen Jahren. Die Schonzeit scheint vorüber, das Interesse der Öffentlichkeit am Erhalt der Bäume ist offenbar gerade etwas erlahmt, so daß das Grünflächenamt seine Chance nutzen zu müssen meint.

Baumpflege

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nach Mattern’scher Art mal wieder, am Rischen unten.
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Pappeln, deren maximale Lebensberechtigung wohl abgelaufen war.