Aufwachsen und lassen

Die Kinder werden doch langsam selbständiger. Sogar das kleine ist nun auf den Trichter gekommen, daß es sich morgens um sich selbst kümmern kann und in der Lage ist, sich zB einen Apfel für die Schulverpflegung klein zu schneiden. Bei der Suche nach einem geeigneten Tupper-Gefäß wird es dann noch einmal kitzlig, weil die sich nicht im Schrank, sondern zum großen Teil in Kinds Ranzen befinden. Und auch die selbständige Zeiteinteilung zeigt noch Optimierungspotential. Das Kind steht enorm früh auf, beeilt sich dann noch enormer und verbummelt zum Schluß fast 20 Minuten mit – ich weiß nicht was, wodurch es dann letztlich doch in Hektik gerät, will es nicht zu spät auf den Schulweg starten.
Man neigt als Eltern beim jüngsten Kind zu lange dazu, es in gepflegter Unselbständigkeit zu halten. Man will ja gebraucht werden und das Gefühl haben sich kümmern zu müssen. Dieses Bedürfnis zu hegen und zu glucken! Obwohl das in so mancher Hinsicht nach hinten losgeht. Wie sehr man dann die Selbständigkeit der Großen genießt, hinter denen es ja immer noch genug herzuräumen gibt. Wobei man auch da wahrscheinlich einfach nur etwas mehr Geduld aufbringen müßte, bis die eingeräumten Freiheiten zu einer auch haushaltstauglichen Mündigkeit führen.
Doch als Eltern ist man nicht konsequent. Es scheint immer wieder genau das ein Genuß zu sein, die Macht der eigenen Inkonsequenz auszuleben. Man kann sich dann so herrlich drüber aufregen. Und das ist doch auch sonst immer das beste.

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