Vom Bauen und Planen

Es begab sich aber mitten zur Urlaubszeit, daß Scharen ausgesandt wurden Schilder zu verteilen, auf denen geschrieben stand, daß Parkverbot herrschen solle vom kommenden Tage an. Dies aber sollte geschehen gar überall, wo irgend möglich denkbar und in Geismar.
Als aber an obriger Stelle bemerkt wurde, daß es wohl an der Zeit des Urlaubs lag, daß so viele nicht das plötzliche Parkverbot vor ihren Häusern beachteten, kam die Obrigkeit mit sich überein, Schreiben zu verfassen und an die Untertanen im Lande (hier Geismar) zu versenden.
Und es geschah allso:

 

Göttingen, der Oberbürgermeister
FD Stadtordnungsdienst
Fachbereich Ordnung
Auskunft erteilt: Herr D und Frau C
Zimmer: 1234
Telefon etc

An Herrn Grapf (Name geändert)

Amtliches Kennzeichen: GÖ-AB 123

Sehr geehrte Verkehrsteilnehmerin,
sehr geehrter Verkehrsteilnehmer,

nach meinen Feststellungen war Ihr Fahrzeug in Göttingen,Am Rischen in einem am 22.07.2009 errichteten Haltverbotsbereich für eine Baustelle oder einen Umzug geparkt.
Dieses Halteverbot wird erst mit dem Tage der Maßnahme wirksam.

Ich bitte Sie daher, dieses Fahrzeug bis Beginn am:
27.07.2009
zu entfernen.

Sollte sich das Fahrzeug bei Beginn der Maßnahme noch dort befinden, kann Ihr Fahrzeug kostenpflichtig abgeschleppt werden.

Mit freundlichem Gruß
Im Auftrag
C

 

Wenn nicht die Straßen in Geismar und speziell in unserer Wohngegend ohnehin in den letzten 3 Jahren schon über sehr lange Zeit aufgerissen gewesen wären. Und wenn nicht seit Monaten auch jetzt sowieso in der näheren Umgebung mehrere Großbaustellen zu Umwegen zwängen. Wenn fürderhin ihre durchlauchtige Stadtordnungsdienstigkeit es über sich gebracht hätte, die betroffenen Untertanen im Vorhinein von ihren baulichen Vorhaben in Kenntnis zu setzen.
Ja wenn!
Vielleicht könnte man dann mit einer großen Prise Humor versuchen drüber hinwegzusehen, wie da die Stadtverwaltung, vertreten durch ihren Fachordnungsdienst, meint mit den Untertanen umgehen zu sollen.
Da es aber nicht so ist, sondern stattdessen das Staubschlucken, Lärm ertragen und Umwege in Kauf nehmen schon über Gebühr lange als Alltag hingenommen werden muss, darum scheint nun ein Punkt erreicht, wo geharrnischter Protest einsetzen soll.

Meine Damen und Herren Obrigkeit: es reicht! Schluß jetzt mit diesem behördlich verzapften Unfug!

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