Vorfahrt für Autofahrer, egal wie.

Als ich meinen Führerschein machte, lernte ich, daß bei Hindernissen in einer engen Straße der Verkehrsteilnehmer, auf dessen Seite sich das Hindernis befindet, etwaigen Verkehrsteilnehmern auf der Seite ohne Hindernis die Vorfahrt zu gewähren hat.
Diese Regel scheint es nicht mehr zu geben, seit Straßen gleich komplett auf einer Seite zugeparkt werden.
Zumindest scheint es viele Autofahrer zu geben, die meinen, daß Radfahrern hier keine Vorfahrt gewährt werden muß.
Gestern Abend kam mir in der Elbinger Straße in der Göttinger Südstadt, die vor bald 2 Jahren schon vollmundig als Fahrradstraße angekündigt wurde, an so einer Stelle ein Auto aus WF entgegen. Vielleicht gelten ja in WF andere Regeln. Seine Straßenseite war zugeparkt, meine frei. Ich fuhr langsam dort entlang, er kam mir gnadenlos und den Umständen entsprechend zu schnell entgegen. Es war klar, daß wir nicht nebeneinander vorbei passen würden. Er hielt nicht an, ich aber auch nicht. Schließlich standen wir voreinander. Ich deutete mit Händen auf die geparkten Autos auf seiner Seite, er kurbelte seine Scheibe runter und schnauzte mich wild und mit viel unverständlichem Gebrabbel dabei an, ob ich wahnsinnig sei und ob er mich überfahren solle. Ehe ich antworten konnte, fuhr er langsam wieder an, klockte mit seinem Außenspiegel an meinen Lenker und quetschte sich so an mir vorbei.

Ich dachte auf meiner Weiterfahrt darüber nach, was passieren würde, wenn ich ihn direkt anzeigte. Ich überlegte, welche Kampfsportarten man zweckmäßigerweise vielleicht erlernen sollte. Letztlich beschloß ich, den Vorgang einfach nur diesem Blog anzuvertrauen, mir aber ansonsten den schönen Sommerabend nicht versauen zu lassen. Nicht von einem Autofahrer.

Vom Bauen und Planen

Es begab sich aber mitten zur Urlaubszeit, daß Scharen ausgesandt wurden Schilder zu verteilen, auf denen geschrieben stand, daß Parkverbot herrschen solle vom kommenden Tage an. Dies aber sollte geschehen gar überall, wo irgend möglich denkbar und in Geismar.
Als aber an obriger Stelle bemerkt wurde, daß es wohl an der Zeit des Urlaubs lag, daß so viele nicht das plötzliche Parkverbot vor ihren Häusern beachteten, kam die Obrigkeit mit sich überein, Schreiben zu verfassen und an die Untertanen im Lande (hier Geismar) zu versenden.
Und es geschah allso:

 

Göttingen, der Oberbürgermeister
FD Stadtordnungsdienst
Fachbereich Ordnung
Auskunft erteilt: Herr D und Frau C
Zimmer: 1234
Telefon etc

An Herrn Grapf (Name geändert)

Amtliches Kennzeichen: GÖ-AB 123

Sehr geehrte Verkehrsteilnehmerin,
sehr geehrter Verkehrsteilnehmer,

nach meinen Feststellungen war Ihr Fahrzeug in Göttingen,Am Rischen in einem am 22.07.2009 errichteten Haltverbotsbereich für eine Baustelle oder einen Umzug geparkt.
Dieses Halteverbot wird erst mit dem Tage der Maßnahme wirksam.

Ich bitte Sie daher, dieses Fahrzeug bis Beginn am:
27.07.2009
zu entfernen.

Sollte sich das Fahrzeug bei Beginn der Maßnahme noch dort befinden, kann Ihr Fahrzeug kostenpflichtig abgeschleppt werden.

Mit freundlichem Gruß
Im Auftrag
C

 

Wenn nicht die Straßen in Geismar und speziell in unserer Wohngegend ohnehin in den letzten 3 Jahren schon über sehr lange Zeit aufgerissen gewesen wären. Und wenn nicht seit Monaten auch jetzt sowieso in der näheren Umgebung mehrere Großbaustellen zu Umwegen zwängen. Wenn fürderhin ihre durchlauchtige Stadtordnungsdienstigkeit es über sich gebracht hätte, die betroffenen Untertanen im Vorhinein von ihren baulichen Vorhaben in Kenntnis zu setzen.
Ja wenn!
Vielleicht könnte man dann mit einer großen Prise Humor versuchen drüber hinwegzusehen, wie da die Stadtverwaltung, vertreten durch ihren Fachordnungsdienst, meint mit den Untertanen umgehen zu sollen.
Da es aber nicht so ist, sondern stattdessen das Staubschlucken, Lärm ertragen und Umwege in Kauf nehmen schon über Gebühr lange als Alltag hingenommen werden muss, darum scheint nun ein Punkt erreicht, wo geharrnischter Protest einsetzen soll.

Meine Damen und Herren Obrigkeit: es reicht! Schluß jetzt mit diesem behördlich verzapften Unfug!

just 1 Sommertag

summer-geizmar2
Zwischen mal kurzen mal längeren, oft enorm heftigen Schauern scheint immer wieder die Sonne.
summer-geizmar1

Sommerloch

Es gibt keine blutrünstigen Familientragödien, keine Polit-Action, über die man wirklich gern schreiben wollte, und keine Sex&Crime-Stories.
sommerloch
Es bleiben lediglich sorgsam inszenierte technische Pannen und Website-Abstürze und dieses trostlose dunkle, kalte, nasse Loch, das Sommer genannt wird.

Das kann nur besser werden. Woanders.

Das Kind ist schon so groß

Als sie mit dem Frühstück fertig ist, fängt sie von sich aus an, alles vom Küchentisch abzuräumen, was ich nicht mehr brauche. Sehr aufmerksam achtet sie dabei auf meine Reaktionen. Und sehr freundlich.
Auf dem Weg zur Sportveranstaltung am Kiessee drehe ich mich auf meinem Rad zu ihr hin, um sie darauf hinzuweisen, wie sehr unser altes Traumhaus zugewuchert ist vom Efeu. Sie ist so weit hinter mir, daß sie mich nicht richtig versteht, guckt aber wohl trotzdem zur Seite, verliert dabei wegen der gefährlich hohen Straßenkante die Balance und fällt böse vom Rad, so richtig im hohen Bogen. Ihre Hände klatschen auf den Asphalt, ich höre es mehr, als daß ich es sehe. Ich erschrecke furchtbar und es tut mir entsetzlich leid. Und weh. Ich renne zurück zu ihr, hebe sie auf. Und ihr Fahrrad. Nehme sie in den Arm.
Ist gar nicht so schlimm, wie es aussieht, sagt sie mehrmals. Ich will jede Stelle an ihr (Hände, Ellbogen, Knie) nach Verletzungen absuchen, aber sie sagt nur: ist nicht so schlimm und gestattet sich einen kurzen Schluchzer, bevor sie sich wieder völlig zusammenreißt. Sie ist mehr um meine Angst vor ihrem Schmerz besorgt, als daß es ihr selbst wehtun könnte. Und das rührt mich noch etwas mehr, als ihr tatsächlicher Schmerz mein Mitleid hervorruft.

Krümmel

Meine Damen und Herren: Krümmel. Vattenfall. Muß man überhaupt 1 Wort mehr sagen?

Was da gerade mal wieder läuft, stillsteht, schiefgeht, verschwiegen und verschleiert wird und welche Konsequenzen die zuständigen Politiker einmal mehr nicht oder nicht ausreichend ziehen, das hat Tradition. Eine Tradition, die so alt ist wie die zivile Nutzung der Atomenergie an sich.

Das einzige, was man da noch sagen kann und muß, ist:
Atomkraft, verkrüm(m)el dich! Und zwar schleunigst!