Laub schaufeln


Vor gut einer Woche ist das Laub hier mit großem Energie-Aufwand (Pickup vorgefahren, Benzin-Laubbläser stundenlang gelaufen) zusammen gehäufelt worden. Davon ist es jetzt so heiß, daß es gar nicht direkt abtransportiert werden kann.
Kluges Prinzip das: wie wende ich möglichst viel Energie auf bei zugleich größtmöglicher Lärmbelästigung, um damit so wenig Nutzen wie möglich zu erzielen. Ein Prinzip, das schon vor ein paar Wochen rings um die Schulen offenbar erfolgreich getestet worden ist.

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Die Bäume an der ehemaligen Brauerei

So richtig gut sieht es nicht aus. Sie wurden zwar nicht gefällt, aber der neue Bau rückt ihnen offenbar so dicht auf die Rinde, daß ihnen wenigstens das Wasser abgegraben wird. Wenn nicht sogar die Wurzeln direkt beschädigt werden. Die Bürgerinitiative hat wieder ein Transparent gehängt, auf dem von Betrug die Rede ist.
So läuft das: Ruhigstellen der erhitzten Gemüter durch Zugeständnisse, die man dann an anderer Stelle unterhöhlt, um letztlich zum von vornherein feststehenden Ergebnis zu kommen.
Ein Scheiß-Spiel.

Um den Wall

Spazieren gehen in herbstlicher Nachmittagssonne vor dunklem Himmel an leuchtenden Laubresten und leuchtenden, schon kahlen Zweigen. Dazu ein Pickup-Bulli vom städtischen Grünflächenamt, am Fahrerfenster mit Schild Bauleitung, der mich erst überholt, mir dann kurz darauzf wieder entgegen kommt. Tiefe Spuren im Gras und davon dann Abdrücke auf dem Weg hat er hinterlassen. So schafft man Erinnerungen.
Viele romantisch versunkene gut aussehende Spaziergängerinnen und ein verzückter Spaziergänger. Gelbe Lichtstrahlen an der autoritären Fassade des Auditoriums. Auf den Höfen der Ganztagsschulen, Horts und Kindergärten laute und fröhliche Spiele. Kräne im Gegenlicht an der Baustelle des neuen Ärzte- und Bürohauses, 5000 qm frei gestaltbar an der Bürgerstraße. Gegenüber eine Aufforderung zur Solidarität mit linken Zentren, die es zu retten gelte.
Letztlich hübsche große Laubhaufen, vor ein paar Tagen erst von Laubbläsern des Grünflächenamts sorgsamst zusammen geblasen unter sorgfältiger Kaputtfahrung der Grasflächen ringsum. Wächst ja sicher wieder, nächstes Jahr. Und die modernden Laubhaufen machen sich prima. Leckerer Herbstgeruch.
Es ist nur zum Gegendiewandrennen, daß ich meine Kamera nicht dabei habe. Und das Handy, mit dem ich zu knipsen versuche, sagt nur: Akkuladung zu schwach.
Aber egal. Das war ganz schön. Danke, Herbst.

Ersatzweise mal dieses Photo.

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Göttingen wird Fahrradstadt

Der Anteil des Fahrradverkehrs am Gesamtverkehr soll von heute 25% auf 35% verstärkt werden. Dazu soll u.a. geprüft werden, ob weitere Einbahnstraßen zur gegenläufigen Nutzung für Radler freigegeben werden können. Und: noch dieses Jahr soll der Straßenzug Elbinger Straße – Sternstraße als Teil der Achse Geismar-Innenstadt zu einer Radfahrerstraße umgewidmet werden. (Mehr Infos bei goest)
Ich finde das großartig.
Danke, Göttingen!

Privat-Sphäre

Als ich meiner Patentante erzählte, ich hätte meinen google-Mail-Account gelöscht, weil ich nicht wollte, daß Herr google meine Mails mitliest, hat sie geantwortet, das mache ihr nichts und man müsse sich sowieso daran gewöhnen, daß es Privat-Sphäre so wie früher nicht mehr lange geben würde.
Oder eigentlich sowieso schon länger nicht mehr gibt.

Was ist eigentlich “privat” im Zeitalter von Online-Tagebüchern, Big-Brother-Shows und Video-Total in der U-Bahn und beim Einkaufen? Was ist privat beim Einkauf mit Scheck- oder Kreditkarte oder bei Ebay oder bei Obi mit der Kundenkarte?
Was ist informationelle Selbstbestimmung, wenn mein privater Heimcomputer von der Polizei, dem Geheimdienst oder russischen Hackern durchsucht werden kann?
Was bedeutet Privatsphäre, wenn ich doch von all dem weiß, es billigend in Kauf nehme und nichts dagegen tue?

Sind die Gedanken frei angesichts allgegenwärtiger Werbung, egal ob in informationsvermittelnden oder meinungsbildenden Medien aller Art, ganzflächig an Hauswänden, an unserer Kleidung, mitten im Lieblingsfilm und natürlich im kostenlosen Onlinetagebuch?
Sind diese Ideale, die mal vor hunderten von Jahren von den sogenannten Aufklärern proklamiert wurden, nicht vorgestrig und mit aktueller zeitgenössischer Öffentlichkeitsgeilheit unvereinbar?

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Was tut man an so einem Wochenende?

Wenn es draußen duster, trübe und feucht und kalt ist.
Wenn es noch nicht einmal Vorwhynachzzeit ist, also keine Kerzen brennen und kein barockes Bachgeklimper ertönt.
Wenn einem die Erkältungen den Gang ins Schwimmbad verwehren.

Man räumt auf.
Der Beschluß keine neuen Baustellen anzufangen, bevor die alten nicht beendet sind, wird erfolgreich umgesetzt und schafft Erfolgserlebnisse. Hier ein paar Wandreste streichen, dort ein paar Quadratmeter Teppichboden schneiden, legen und dranschrauben und nebenbei diverse Haufen wegräumen.

Zwischendrin bleibt genug Zeit für einen gemütlichen Kaffee und ein Stück Stollen (ja, jetzt schon, extra!) und für zwei Stündchen Lightroom: Sichten, Taggen und Bewerten der Bilder dieses Jahres. Ich komme bis August!

Das einzige Mal draußen am Sonntagmorgen: zu zweit eine gute Stunde laufen, sehr geruhsam, reine Wohlttat, Sauerstoffdusche.
Das war gut.

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Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung?



Stecken wir den Kopf in den Sand und atmen wir tief durch. Vielleicht hilft’s. Zumindest könnte man so tun, als ob man nichts merkt.
Ach wär das schön.

Weil es aber nicht so ist. Weil sich die Dinge leider nicht immer von selbst zum Guten wenden oder durch Liegenlassen von selbst erledigen. Weil es um diese Sache schon richtig schlimm bestellt ist.
Darum also doch wenigstens paar Mausklicks machen bitte, einmal den guten Namen für eine existentiell wichtige Sache zum Einsatz bringen und unterschreiben: Stoppt die Vorratsdatenspeicherung!

Weil…
Ja z.B. gerade weil wir nichts zu verbergen haben und deswegen auch nichts notgedrungen vor ihnen verbergen wollen, den Schyli-Scheubläs, was sie nämlich nix angeht. Es gibt genug andere Gründe mehr, die brauch ich aber gar nicht alle aufzuzählen. Mir reicht das auch so. Den Rest regelt (bislang immer noch!) das Grundgesetz. Helfen wir mit, daß es auch so bleibt!

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Martin Rohrmann in Berlin


Martin Rohrmann (ich empfehle ganz besonders seine unvergleichlichen Istanbul-Bilder!) zeigt in Berlin fünf Arbeiten mit ca. 35 Bildern, darunter seine aktuelle Serie “Last Search for Beauty”.
Die Vernissage ist am 17.11.07 (ein Samstag) um 19 Uhr mit Wein- und Sektempfang in der Galerie Degenhartt, Berlin.
Ackerstraße 14/15
10115 Berlin (Mitte)
www.galerie-degenhartt.de