Laub schaufeln


Vor gut einer Woche ist das Laub hier mit großem Energie-Aufwand (Pickup vorgefahren, Benzin-Laubbläser stundenlang gelaufen) zusammen gehäufelt worden. Davon ist es jetzt so heiß, daß es gar nicht direkt abtransportiert werden kann.
Kluges Prinzip das: wie wende ich möglichst viel Energie auf bei zugleich größtmöglicher Lärmbelästigung, um damit so wenig Nutzen wie möglich zu erzielen. Ein Prinzip, das schon vor ein paar Wochen rings um die Schulen offenbar erfolgreich getestet worden ist.

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Dieser Beitrag hat 7 Kommentare

  1. Stefanie

    Ich beiß schon wieder in die Tischkante, wenn ich so was sehe…der Hausmeister unserer Schule behauptet mit seinem Bläser-Dings Laubhaufen für die Igel zusammenzupusten, “die freuen sich dann immer so darüber”…ja, wenn sie nicht schon vorher blind, taub und blöd von seinem Bläser-Dings geworden sind, das er mit Bauarbeiter-Ohrenschützern betreibt ! Die um ihn herum spielenden Kinder können sich ja mit Dreck die Ohren verstopfen, falls es ihnen zu viel wird…(*heul* schon wieder…die sind alle so böse da draussen !)

  2. grapf

    Mir ist unbegreiflich, warum solche extrem umweltfeindlichen, energievernichtenden und sinnlosen Maschinen nicht zum Beispiel unter das Waffengesetz fallen oder einfach schlichtweg strafbar sind. Echt jetzt!

  3. lightdot

    Um gleich zu den Anfängen zurück: Mir erschließt sich nicht, warum man ÜBERHAUPT Laub zusammenkehren muss. Hab ich nie verstanden. Millionen von Jahren hat die Natur alles selbst reguliert, dann kommen wir und wollen ihr beibringen, wie es besser und schöner ist. Brrrrr.

  4. Bernd

    Als man vor einigen Jahrhunderten noch keinen Straßenkehrdienst kannte, gab es Straßen , Marktplätze und andere Gegenden die vor Dreck, Verwesung und Verrottung nur so stanken, da alles dort liegenblieb, wo es herunter fiel. Dazu gehörten die Abfälle, Fäkalien und auch die Reste der Natur. Selbst das naturerprobteste Kind der heutigen Zeit würde niemals auch nur in der Nähe solcher Orte spielen. In einer zivilisierten Gemeinschaft von heute gehört es dazu, für saubere Verhältnisse zu sorgen. Die Natur kommt dort zum Zuge, wo in Ruhe die normalen Prozesse ablaufen können. In der Nähe von städtischem Leben sollte man schon mal ab und zu sauber machen. Ich glaube nicht, dass irgend ein Kind in einem zermatschten und durchnässten Laubhaufen spielen will. Dieser entsteht aber eben ganz schnell, wenn man das frisch gefallene Laub nicht rechtzeitig entfernt. Einsehen wird das aber wohl nur der, der so etwas schon mal machen musste. Und wenn wir dann noch über Flächen reden, die nicht nur die Größe einer Terasse haben, wird schnell klar, dass das nicht ohne technische Unterstützung geht. Zugegeben sind diese Laubsauger sehr laute Maschienen. Aber richtig eingesetzt und zu einer Zeit, wo nicht gerade Kinder oder andere Personen in direkter Nähe sind machen sie auf jeden Fall Sinn.
    PS: Kein Mensch will und kann der Natur etwas beibringen. Im Gegenteil, wir können nur von ihr lernen. Aber etwas Ordnung kann nicht schaden oder überlassen wir zu hause auch alles der Natur und die Wohnung säubert sich durch jahrmillionenerprobte Prozesse selbst?
    Ihr sollte schon mal Die Prozesse zu ende denken. Im oben aufgeführten Beitrag ist aber offenbar auch nicht bis zu Ende gedacht worden.

    1. grapf

      Zu Ende Denken ist ein hehrer Anspruch. Aber weiter denken wär ja auch schon mal was.
      Der Energieaufwand fürs Ordnung machen sollte schon in einem nachvollziehbaren Verhältnis zum Ergebnis stehen. Von der Lärmbelästigung gar nicht zu reden.
      Allein schon daran, wie außerordentlich inkonsequent die Stadt Göttingen (zum Beispiel!) ihre Flächen laubbläst, läßt Rückschlüsse auf die tatsächliche Notwendigkeit nicht nur zu, sondern drängt sie geradezu auf. Es sieht gar zu sehr nach ABM und Auslastung für Maschinen aus, deren Existenzberechtigung sonst nicht gegeben wäre.
      Und für all die privaten Kleingartensheriffs findet sich auch dafür keine Rechtfertigung mehr.

  5. Herbert

    Das Laub wurde früher mit Besen und Rechen gekehrt. Das hat niemannden gestört. Ich arbeite in einem Büro in einer Strasse mit einem fantastischen Laubbaumbestand. Aber seit Wochen wird jeden Tag für 2 bis 3 Stunden mit lauten und stinkenden Benzigebläsen das Laub von einer Ecke in die andere geblasen. Der Lärm und Gestank sind dabei aber nicht das einzige Übel. Bakterien und Pilzsporen werden in die Luft gewirbelt. So ein Schwachsinn! Die Stadt Marbug geht mit gutem Beispiel voran: Es hat das “Wegblasen” des Laubs untersagt. Also geht doch.

    1. grapf

      Wir haben selbst in unserem Garten einiges Laub, das jedes Jahr weggerecht bzw -gefegt werden muß. Erstaunlicherweise schaffen wir das auch immer ohne den Einsatz von diesen Schwachsinnsgeräten, ja sozusagen ohne jegliche Lärmentwicklung.
      Aber in Göttingen scheint jeder geil darauf zu sein mit so einem Gerät angeben zu können.
      Der Effekt des Hin- und Herblasens ist verschwindend gering, zumal ja damit bereits begonnen wird, wenn die ersten Blätter fallen. Und dann immer wieder von Neuem. Zuguterletzt bleiben irgendwo die Haufen liegen – bis zum nächsten Sturm, der dann das Startsignal für eine neue Runde ist.
      Bei aller Realsatire, die das ganze ja im Grunde ist, habe ich hier meinen Humor und auch mein Verständnis völlig verloren. Die Dinger gehören verboten – wie in Marburg. Danke dir, Herbert, für das gute Beispiel!

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