Im Radio-Wahn

Viele der (überwiegend) Frauen in meiner Umgebung sind dem Wahn verfallen, sie könnten sechzehntausend Euro gewinnen, wenn Sie sich am Telefon immer mit dem an Blödheit nicht zu überbietenden Slogan von EffEffEnn melden. Weil irgendwann könnte der Anrufer ja von diesem Privatsender sein und dann hätten sie gewonnen.
Was mich daran verzweifeln lässt, ist, dass dieser Sender, der seit Jahrn von morgens bis abends dasselbe dudelt und einen überdies mit unerträglichen Stimmen langsam aber sicher in den Wahnsinn treibt, dass dieser Sender sich mit dieser Aktion lauter freiwillige und kostenlose Werberinnen sichert.
Jede, die ich darauf bisher ansprach, erwiderte: ja, aber wenn ich damit die Euros gewinnen kann, dann mach ich das.
Natürlich übernehmen die Kinder das genauso fraglos.

Früher wurden Stadionumrandungen plakatiert, später die Spielertrikots, dann die Busse und Bahnen ganzflächig, so dass man nicht einmal mehr hinausgucken kann – und nun noch die Kommunikation (vorerst nur am Telefon) –

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Sommergedicht


So ein unglaublich schönes Wetter wie heute war dieses Jahr noch nicht. Den ganzen Tag völlig tiefblauer absolut wolkenloser Himmel – ohne Kondensstreifen, aufs angenehmste wärmende Sonne, Wohlgerüche in der Luft und daraus folgend milde Laune vom feinsten.

Danke!

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Drei Diven im KWP

Zum Rockfestival im Waiser-Wilhelm-Park soll eigentlich J.J. Liefers mit seiner Band kommen. Aber der hat kurzfristig abgesagt. An seiner Statt legen Birgit von Lüpke, Insa Rudolph und Sascha Münnich ein beachtliches Soul-Konzert auf die Bühne.
Nachdem man sich mit dem Fahrrad den schon etwas beschwerlichen Weg hinauf in den Wald gemüht hat, ist diese Programmänderung nichts, was einen davon abhalten könnte das Festival zu besuchen. Auch die kühle Abendluft ist kein Problem, man hat genug zum Überziehen mit. Nur die Bestuhlung ist einfach nicht altersgruppengerecht: man muss stehen.
Mir gefällt sehr, was Birgit von Lüpke mit ihrer Stimme anstellen kann, noch besser ist der Sound, den Karsten von Lüpke dem Piano und Beo Brockhausen dem Saxophon entlocken. Feinster Jazz.
All das ändert nur nichts daran, dass ich auf Rockmusik eingestellt bin, genau darauf so richtig Bock hätte und mir die gefühlvollen Soul-Balladen einfach zu harmlos sind. Auch das Beiprogramm, die Comedian-Harmonists-Darsteller des Deutschen Theaters und die Göttinger Allstars-Band mit Achtzigerjahre-Hits – ist offenkundig genau abgestimmt auf den Geschmack der GT-Kulturredaktion und natürlich den der gestandenen Göttinger BürgerInnen.
Ich bin ja nur Zugezogener.

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Lünemann-Baustelle Ende August


Sehr seltsam schon seit Wochen diese Erdhaufen am Nordrand des Neubaus zu den Häusern der Langen Geismarstraße hin. Dieser Boden ist angeschüttet worden und seitdem fahren Betonmischer darauf, um ihre Ladung loszuwerden, oder diese kleinen Bagger, um darin herumzubaggern. Warum nur?


Von der Kurzen Geismarstraße aus schießt der Bau nun ganz schön in die Höhe. Die nackten Betonflächen sind so unansehnlich, dass man sie nun mit blauen und grünen Tüchern verhüllt, was dem Ganzen einen eigentümlichen Reiz verleiht. Jedenfalls wenn man zufällig diese Farben mag.

Hannover-Linden (1)


Seit 1978 wohne ich nicht mehr in Hannover.
Dass Linden eins der schönsten Fleckchen Hannovers ist, war mir seinerzeit schon klar. Dass ich aber immer wieder immer lieber dorthin zurückkehren würde, um durch die Straßen zu schlendern, mich an den vielen schönen altehrwürdigen roten Backsteinfassaden sattzusehen, das ist erst später klar geworden.
Ein Besuch bei meinem Vater mit einem ausgedehnten Spaziergang durch Stätten jugendlicher Erlebnisse nebst späterer Verklärung.
Im ersten Teil ein kleiner Ausschnitt von Alt-Linden-Mitte, der durch einzelne Bilder im Photo-Blog ergänzt werden wird.

Sommerabend


Abendessen mit den lieben Nachbarinnen vor dem Haus. Die Kinder sind so aufgekratzt, dass kaum ein Gespräch zwischen den Erwachsenen möglich ist. Noch einmal den strotzenden Geschmack des Sommers genießen.
Später, als alles abgeräumt und die Kinder lesend in ihren Betten liegen (die letzten Ferientage), finde ich nicht den Weg zurück ins Haus. Die Luft duftet lau und in der ganzen Straße zirpen die Grillen. Nach wenigen Schritten bin ich draußen im Feld, gehe immer weiter, hinein ins bergende Dunkel, die Schritte nun auf weichem Gras, an den Wegrändern noch immer diese südlichen Geräusche, die hier zwar seit Jahren um diese Zeit zu hören sind, aber noch immer habe ich mich nicht daran gewöhnt. Noch immer kommen sofort die Assoziationen an mediterane Strandnächte unter funkelndem Sternenhimmel, hinten die Grillen, vorn das leise Plätschern der Wellen.
Diese Geborgenheit in der glücklichen Erinnerung.

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Unterwegs im Ruhrgebiet


Stell dir vor, du kommst in einer Stadt an, steigst aus dem Zug, betrittst den Bahnsteig und hast sofort das Gefühl: das isses irgendwie nich.
Dann fährst du anderthalb Städte weiter, steigst wieder aus und hast sofort den Eindruck: genau, hier ist es gut.
So ist es, wenn man in Gelsenkirchen ankommt und dann von da nach Duisburg weiterfährt. Duisburg hat einfach was. Schon auf dem Bahnsteig. Erst recht in der Stadt unterwegs. Zwischen Ruhr und Rhein, zwischen Landschaftspark und Ruhrort: viel Flair, unendlich viel zu gucken und überall nette Leute, von der Straßenbahnfahrerin, die spürbar gern und locker Auskünfte gibt, bis zu den Jugendlichen, die an der Haltestelle mit uns warten und aus dem Staunen nicht herauskommen, dass es Leute gibt, die absichtlich in ihre Stadt fahren um dort Urlaub zu machen.

Dunkelmänner im Regen

Es regnet nicht einfach: es schüttet. Mit kurzer Hose und T-Shirt, darüber Regenhose und -jacke und dazu einfach Turnschuhe fahre ich mit dem Rad zum Bäcker. Triefend erreiche ich die Marquise und traue dort kaum meinen Augen. Stehen dort doch tatsächlich zwei stadtbekannte FDP-Politiker, ein Semmelroggen und ein Ullrich im Dunkeln und wedeln mit ihren Parteizetteln.
Ich stelle mein Rad unter die Marquise, lüpfe die Kapuze und laufe Spießruten zwischen diesen Gestalten des liberalen Morgengrauens. Nachdem ich den Zettel des Semmelroggens dankend abgelehnt habe, ist sich der Ullrich nicht zu schade mich zu fragen, ob ich denn aber von ihm einen nehmen wolle.
Dann stehe ich da in der Schlange zum Bäcker. Düster ist’s draußen, noch düsterer in mir drin, bei der Vorstellung, von sowelchen regiert zu werden. Und noch beklommener wird mir, als jeder, aber wirkliche jeder andere Brötchenholer sich einen FDP-Zettel zustecken lässt, so als gehöre sich das so.
Dass der Semmelroggen dann nach einer Weile in seine Outdoor-Weste greift, ein silberfarbenes Etui hervorkramt, dem eine Zigarette entnimmt und sich die ins Gesicht steckt –
nein das muss nicht mehr gesondert kommentiert werden.

Der Regen auf der Weiterfahrt tut gut. Er wäscht alles ab. Alles trieft, alles ist quatschnass, aber sonst in trockenen Tüchern.

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Zwischen den Schauern


der letzten Nacht war es zeit- und stellenweise aufgeklart. Ein schöner Anblick. Ich mag es, wenn tief dahinfliegende Wolkenfetzen von der Stadt beleuchtet werden. Von den ersehnten Perseiden aber keine Spur.

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Geiles Gewitter





Schnell nach der Arbeit noch die leeren Wasserkästen aus dem Keller holen, rein in den Anhänger, runter den Berg zu Löb (ehemals) und neues kaufen. Und was man sonst noch braucht. Schon währenddessen dräuendes Gewölk am Himmel und die leicht bange Frage, ob ich denn wohl noch trocken nach Hause komme. Aber kein Problem, sogar mit schwer beladenem Anhänger bergauf.
Ist sogar noch genug Zeit kurz aufs Feld zu fahren, um dem Schauer mutig entgegen zu sehen. So eine geniale Sicht hatte ich lange nicht. Ich bin begeistert und harre pausenlos knipsend aus, bis die ersten Tropfen fallen. Dann aber auch schnell rein, Kaninchen in den Stall und gerade so eben rechtzeitig vor dem Starkregen ins Haus. Kewler Urlaubsanfang :-)

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