Mein Weg zu Linux (7)

Einen Samba-Server als File-Server für Windows aufzusetzen ist erstaunlich einfach. Vorausgesetzt, die notwendigen Programmpakete sind bereits installiert, braucht man nur noch smb und nmb als Dienste anzumelden und zu starten, mit smbpasswd einen Samba-User anzulegen, in /etc/samba/smb.conf ein paar Rechtevorgaben einzustellen und schon kann’s losgehen… Auch einen Apache-Server einzurichten und dann mit phpMyAdmin mysql-Datenbanken anzulegen und zu verwalten ist trivial – wenn man weiß, wie es geht. Aber wenn man das unter Windows schon mal hingekriegt hat, ist es unter Linux auch kein Problem.

Schwerer fällt es mir, zumindest bisher, einfach nur mal ein Video zu gucken oder Musik zu hören. Sound ist da, aber wenn ich den mitgelieferten MP3-Player starte, dann kommt noch nicht einmal Rauschen. Er ist irgendwann einmal gegangen und rührt sich seitdem nicht mehr.

Die Digitalkamera wiederum ließ sich geradezu blödsinnig einfach anstöpseln. Buchstäblich. Und im Programm digikam kann man die Bilder in der Kamera angucken und einzeln oder alle runterladen, sogar automatisch mit Tagesverzeichnis. Das Bearbeiten jedenfalls mit den gängigsten Reparatur- und Retouche-Funktionen wird gleich mitgeliefert. Finetuning dann mit Gimp. Das ist ganz schön gut. Das erfordert aber auch erstmal ganz schön viel Einarbeitung, weil irgendwie alles anders funktioniert als bei den kommerziellen Programmen. Warum eigentlich?!
Weniger gut ist dann wieder, daß Bildbetrachtung unter Linux, zB mit Gwenwiew deutlich langsamer ist als mit den üblichen Windows-Programmen.

Man kriegt (fast) alles in Gang, aber vieles ist umständlicher, langsamer und aufwendiger (zumindest am Anfang) als in Windows. Von daher erfordert es schon eine gehörige Portion Enthusiasmus, sich in das Linux-Abenteuer zu stürzen. Ein anderes Fazit kann ich vorerst nicht ziehen.

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Thomas Hildmann

    Das ist total witzig. Ich muss folgendes vorweg schicken:

    Der erste Computer, den ich hatte, war ein Apple II Nachbau. Von diesem trennte ich mich sehr spät und erwarb einen Atari ST. Auf dem Atari ST konnte man MINIX laufen lassen. MINIX ist eine Art Lern-Unix gewesen. Von MINIX brachte mich der Weg über Coherent zu 386BSD und schließlich zu FreeBSD, OpenBSD, Linux etc.

    Windows musste ich mir aus beruflichen Gründen aneigenen und benutze es ferner fürs Harddisk-Recording.

    Mein Fazit für Windows sieht etwas so aus, wie Dein Linux-Fazit. Ich finde unter Windows alles extrem undurchsichtig, umständlich, unschön … aber es geht halt irgendwie.

    Anders ging es mir bei MacOS X. Das bringt einiges von Unix mit, das mir vertraut ist, hat aber viele sehr vernünftige Lösungen mit dabei. Im Detail wünsche ich mir dann aber auch wieder meine geliebten Linux-Programme.

    Zum Bilder betrachten verwende ich BTW einfach auch DigiKam.

  2. Thomas Hildmann

    Nachtrag: Zum Musik hören eignet sich XMMS sehr gut. Das “Soundproblem” könnte einfach an den Lautstärkeeinstellungen liegen.

    Was die Frage nach den Videos angeht, so scheint mir das ein echtes SuSE-Problem zu sein. Hier auf Arbeit kann ich nämlich auch keine Videos schaun. Muss ich aber auch nicht :-)

  3. grapf

    XMMS hatte ich am Laufen. 1 mal. Dann wollte es nicht mehr. Es startet zwar, aber es weigert sich, Musikdateien anzuzeigen, wenn ich ihm das entsprechende Verzeichnis gebe. Es tut dann einfach – nichts :-(

    Übrigens hatte ich mit irgendeinem UNIX (SCO ? weiß nicht mehr genau) vor etwa 12 Jahren schon mal Kontakt, hatte mir dann zur Lernvertiefung auch Coherent auf meinem PC installiert – aber das war’S dann auch irgendwie. Mit dem vi bin ich nie wirklich warm geworden und die Mehrbenutzerfähigkeit als solche war nicht so das Killerkriterium, genauso wenig die echte Multitasking-Fähigkeit, da es einfach keine Anwendungen gab, für die ich mehrere Tasks gebraucht hätte.
    Das ist ja heute alles anders. Und sowohl Bereitschaft als auch Motivation sind reichlich vorhanden. Aber… s.o.

  4. Thomas Hildmann

    Hmmm… Wie Du Dir sicher vorstellen kannst, würde bei mir zu Hause kein Linux laufen, wenn nicht wenigstens ein MP3 bzw. OGG-Vorbisplayer einwandfrei laufen würde.

    Auf Arbeit benutze ich XMMS, zu Hause hatte ich auch schon Totem am Laufen. Ferner bastle ich auch mal mit Audicity an MP3 oder OGG-Files rum. Ich habe allerdings auch eine Terratec PCI Soundkarte zu Hause in den Rechner gesteckt, weil ich das Ding an den Studio-Nahfeldmonitoren habe und wahlweise meine Studiokopfhörer benutze. Und was da an “Sound” aus dem auf dem Motherboard eingebauten Soundkarte kommt, hat mir mein Ohrenarzt verboten. ;-)

    Auf der anderen Seite tuts die Onboard-Soundkarte hier auf Arbeit an den Aiwa-Boxen mit Subwoofer (ich kann halt nicht anders) auch irgendwie. Obwohl ich das ganze alles andere als verzerrungsfrei nennen würde. Hör ich hier halt eher Nu Metal und Garage Rock :-)

  5. michael wegener

    Hallo, Linux ist sicher sympathischer als Windows. Aber bin ja Macuser und Windows fand ich immer extrem unlogisch. Eine Linux-Distribution die sehr rund läuft ist Mandrake-Linux (will jetzt keine Werbung machen)…

  6. melle

    Video kucken: mein player der Wahl ist mplayer. Er wird imho bei SuSE nicht mitgeliefert, Du könntest aber versuchen die Red Hat RPMs zu installieren oder mplayer selbst compilieren (so habe ich es immer gemacht). Du solltest die Codecs vor dem Compilieren unter /usr/lib/win32/ ablegen, damit das Configure-Script diese findet. Mit Hilfe der Codecs spielt mplayer alles ab, was man ihm vorwirft, RealMedai, Quicktime, … alles kein Problem.
    Als Bildbetrachter verwende ich unter KDE Kuickshow, weil ich damit per Mausrad durch meine Fotos blättern kann und weil es die JPEGs gemäß den Exifdaten dreht (Hoch-/Querformat).
    XMMS-Problem: starte xmms mal von der Konsole und achte auf die Fehlermeldungen. Wenn xmms unter KDE läuft solltest Du das Arts Ausgabe-Plugin verwenden (Arts ist das KDE-Soundsystem). Es kann sein, dass man das extra installieren muss.
    Gimp ist erstmal etwas spröde, Du kannst aber alle Shortcuts umdefinieren, wenn Du Dir die Photoshop-Shortcuts so angewöhnt hast ;-) Als RAW-Plugin verwende ich ufraw, was für meine Ansprüche genügt.

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