Ansteckende Laune

Sonst gibt es stets Geschrei und Handgreiflichkeiten, wenn ich versuche, Kind3 am frühen Morgen aus dem Reich der Träume in die rauhe Wirklichkeit hinüber zu komplimentieren, egal wie vorsichtig und zartfühlend ich dabei bin.
Heute ging es anders. Ich setzte mich zu ihr aufs Bett und erzählte ihr vom Vater, der freundlich seine liebe kleine Tochter weckt, die ihm daraufhin ganz lieb Guten Morgen sagt, aufsteht, sich anziehen und von ihm in den Kindergarten bringen lässt.
Kaum war ich fertig mit meiner kleinen Geschichte, da wollte sie in den Arm genommen werden, gewährte mir einen für diese frühe Zeit ungewöhnlich sonnigen Blick und ließ sich widerstandslos ins Bad bringen.

Später, auf der Radtour in den Kindergarten, entlang dem Bahndamm, wollte sie endlich mal wieder eine Eisenbahn sehen. Die letzten Male, als wir dort entlang gefahren waren, hatten wir stets Pech gehabt. Wir riefen also die Eisenbahn, gemeinsam, lauthals: “Eisenbahn, wo bist du?” und “Eisenbahn – aufwachen!” und noch zwei, drei Aufforderungen mehr.
Und schon hörten wir sie. Und da kam sie auch schon, von hinten ein langer schöner Güterzug, der uns gemächlich überholte, so dass wir lange etwas davon hatten. Und von vorn auch noch eine knallrote S-Bahn, sehr schick, aber auch sehr schnell.
Das war vielleicht was.

Sonnige Laune kann offenbar doch anstecken. Sowohl Kinder als auch Eisenbahnen.

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