dosse meetjin dinadai

Sprechen lernen ist nicht ganz einfach. Und verglichen mit dem meisten anderen, was man sonst so lernt im Leben, dauert es ewig und ist unglaublich kompliziert und anstrengend.
Als Erwachsener würde man es wahrscheinlich überhaupt nicht hinkriegen. Wie man ja schon bei dem mühsamen und selten erfolgreichen Versuch, eine Fremdsprache zu lernen, sieht. Ich meine, richtig zu lernen, so, daß man sie auch sprechen kann.

Als Vater zu erleben, wie die kleine Tochter mit großem Ernst ihre ersten Worte spricht, ist jeden Tag auf’s Neue beeindruckend, faszinierend – ein Glück. Zur eigenen Erinnerung, denn langlebig ist die aktuelle Sprache ja leider nicht, und zu Ihrer Erbauung hier eine paar Beispiele häufig genutzter Vokabeln und Redewendungen ;-)

Langezeit sagte sie dei, wenn sie sich selbst meinte, also dei = ich.
Analog dazu bedeutete nai = nein. Wenn ich mich richtig erinnere, war nai auch wesentlich wichtiger als ja.
Sich selbst nennt sie: dosse metjin = großes Mädchen. Sie konnte auch ihren Namen schon einmal sagen, aber die jüngst erworbene Eigenschaft (weil sie jetzt nämlich in dinadai = Kindergarten) geht, ist offensichtlich persönlichkeitsrelevanter.

Ich schmelze dahin wenn sie sich mit einem besonders aufreizenden Augenaufschlag und dem Wort dajdin bedankt. Das ist eigentlich nur noch zu toppen durch Hinweise auf ihre Ututose. Was das wohl sein mag…?

Verschmitzt blickend und siegesgewiß sagte sie schon früh – und ließ sich jedes Wort dabei auf der Zunge zergehen: Mama ja – Papa nai. Dabei endet die Satzmelodie oben, entgegen den sonstigen Sprechgewohnheiten unserer Kultur.

Was wäre dem dann noch entgegen zu halten?!
Wehmütig erinnere ich mich daran, wie meine erstgeborene Tochter einst nach dem Namel von Leuten fragte oder zu ihrem Glas Apfelsaft einen Dohalmel haben wollte.

Duss !

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Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. nickelartist

    Herrlich und absolut Kolumnenreif dieser Bericht! :-))
    Da kannst Du glatt ein Ganzes Übersetzungs-Wörterbuch herausgeben… hehe …
    Klasse!

    *grübelt immernoch über “Dohamel”…

  2. nickelartist

    sorry – “Dohalmel” natürlich! (schwierig, schwierig!) ;-)

  3. dark*

    Kann nur ein Strohhalm sein!

    Echt suess :)
    Und man vergisst viel zu schnell, einzig an das “Makedodat” kann ich mich augenblicklich erinnern; nach laengerem Gruebeln wuerden mir vielleicht noch zwei oder drei einfallen, aber dann ist Schluss.

    “Nein!” konnte meine Tochter erinnerlich als erstes und vor allem fehlerfrei aussprechen – mittlerweile hat sie das leider wieder verlernt und durch ein genervtes, von Augenrollen begleitetes “ooh-neee” ersetzt…

    Liebe Gruesse
    dark*

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