11. September

Vor 2 Jahren saß man nachmittags fassungslos vor der Glotze ob des Realtime-Action-Thrillers mit Super-Echt-Effekten, den die ARD da in Endlosschleife zeigte.
Angst vor Weltkrieg, totaler Überwachung, daß von Stund an womöglich wirklich nichts mehr so sein würde wie es vorher war. Als ob es vorher “gut” gewesen wäre.
Bosnien, Tschetschenien oder Ruanda haben sich schließlich vorher schon zugetragen. Geschichte des Grauens unserer Zeit.

Allein nur die Aufzählung von Ländernamen… Afghanistan, Irak, Israel / Palästina, Liberia, Kongo, Sudan, Nordkorea –

Die Taz erinnert heute an den 11.9.1973 in Chile, der für Chile und tausende von ChilenInnen ein wenigstens ebenso beschissener Tag war wie der 11.9.2001 für die Amis.

Tja.

Eigentlich kann man sich doch nur hinstellen und hemmungslos heulen.

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Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. pia

    Der 11 September 2001 ist mir aus einem anderen Grund noch gut in Erinnerúng.Meine Probezeit war abgelaufen und ich mußte meine “Verbeamtungsurkunde” aus dem Schulamt holen.Auf der Rückfahrt mit dem Zug unterhielten sich zwei Leute darüber, ich bekamm immer nur Wortfetzen mit und dachte noch, was für ein blödes Computerspiel, müsste doch glatt verboten werden.Nur leider war es Realität.

  2. toby

    Vielleicht hat der Militärputsch in Chile ja die Welt mehr verändert als dieses WTC-Gedöns. Schließlich wurde damals auch ein Stück vom Traum einer besseren Gesellschaft weggeputscht…

    Vor zwei Jahren lief ich nach den ersten Bildern aufgeregt, ja fast kopflos durch die Wohnung, weil in dem Moment noch nicht klar war, ob es nicht noch viel mehr Flugzeuge sind…
    Und doch hat sich die Welt geändert: Der Terror hat eher noch zugenommen, die USA sind endgültig als die Vorbildnation ad acta gelegt. So hat die Selbstbefriedigung einer Supermacht die Welt noch ätzender gemacht als sie vorher schon war.

  3. daniel

    ja, da muß ich toby rechtgeben… vor lauter selbstbefriedigung und stolz hat es die usa verpaßt, die situation als anlaß zu nehmen nachzudenken über das “warum” und dementsprechend zu handeln… stattdessen haben sie mit den kriegen noch höhere mauern zum islam errichtet über die nun neue terroristen ihre bomben werfen und weiterwerfen werden.

  4. grapf

    Die ganzen kursierenden Verschwörungstheorien, so unsinnig sie zum größten Teil sein mögen, haben insofern unbedingt recht, als die Rechte durch den Terrorismus ungeheuren Auftrieb bekommen hat.
    Von all den in den letzten 2 Jahren durchgedrückten Restriktionen allein innerhalb der USA konnten frühere Präsidenten nur träumen.
    Und eine allzu weitgehende Freifahrkarte zum Aufräumen im (unbotsamen) Rest der Welt gab’s gratis dazu.

  5. grapf

    Ein treffendes Plakat zum Thema gibt es bei ralfs !

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