4. Januar 2011

Dunkle Sonne

Seltsames Licht: die Sonne scheint, aber es ist nicht wirklich hell, eher noch immer dämmrig: um 09:30 Uhr. Die Erklärung scheint die partielle Sonnenfinsternis zu sein, die heute stattfindet. Von der ich erst vom Kollegen erfahre. (Sollte vielleicht doch ab und zu mal Zeitung lesen?)
Zwar habe ich natürlich keine SoFi-Brille mit, aber schon der Blick durch zusammengekniffene Finger zeigt mir eine Andeutung dessen, was da vor sich geht. Und als dann freundlicherweise Wölkchen zu Hilfe eilen, offenbart sich für einen kurzen Moment das ganze Ausmaß des Spektakels in voller Pracht.

10. Dezember 2010

wofür es sich lohnt

Früh aufstehen ist oft schweineschwierig. Im Winter im Dunkeln ganz besonders. Und nach knapp 6 Stunden Schlaf – huuuh!
Aber dann auf tief verschneiten Wegen laufen, den Geruch nach klarer Kälte und Schnee in der Nase, die Ruhe in der Stadt vor dem Einsetzen des Berufsverkehrs, nicht einmal Schneeräum-Mafia unterwegs.
Und schließlich Dehnübungen auf Isomatte im Schnee und direkt über mir der Große Wagen, rechts darunter funkelnd Arcturus, hinter mir ruht majestätisch der Löwe und überm Dach des Nachbarhauses strahlt Venus.
In so einem Moment ist es gar nicht kitschig, wenn dann auch noch durch den Großen Wagen eine kleine Sternschnuppe huscht – und mir spontan ein Wunsch dazu einfällt.

26. Juni 2009

Was ist eigentlich privat?

Eine Umfrage zur Privatsphäre im Netz.
Brisant, spannend, entlarvend: wieviel man sich in die Tasche lügt. In die Tasche einer Hose, die man längst runtergelassen hat.

27. Mai 2009

Willi ist tot

Willi
5 Jahre lebte er ein ziemlich glückliches Kaninchenleben bei uns. Gestern ist er gestorben.
Alle sind fassungslos traurig.

20. April 2009

Radtour in den Wald

waldradtour1
Das mit wahnsinniger Geschwindigkeit schießende Grün und die kühle Sonne ziehen mich in den Wald, über die Schillerwiesen hinauf zum Kehr und weiter aufs Kerstlingeröder Feld, wo ich eine Weile unter hohen hellgrün strahlenden Hainbuchen sitze und dem Gesang von Rotkehlchen, Amsel und Singdrossel lausche. Den Takt gibt der Specht. Und der Sound ist zum Anbeten schön.
waldradtour3

27. März 2009

Klares Bekenntnis zur Gesamtschule!


Schüler- und Eltern- und Lehrer-Demo gegen die Einführung des Abiturs in 8 Jahren (I8) auch an Gesamtschulen.

Seit Jahren werden an den Integrierten Gesamtschulen wesentlich mehr Schüler angemeldet, als diese aufnehmen können. Eine Tendenz, die sich durch die Einführung von G8 (Abitur nach 8 Jahren Gymnasium) noch verstärkt hat. Der Elternwille ist in dieser Hinsicht ebenso eindeutig wie die Erfolge, die Gesamtschulen nachweislich erreichen konnten: etwa der Hälfte aller Schüler mit Hauptschul-Empfehlung gelingt es, an Gesamtschulen das Abitur zu bestehen, wohl gemerkt das Zentralabitur.
Im Gegenzug hört man von fast allen Eltern, die man nach den Erfahrungen ihrer Kinder mit der verkürzten Gymnasial-Schulzeit befragt, daß ihre Kinder dauergestresst sind, regelmäßig täglich bis 18 Uhr und länger mit Schule und Hausaufgaben beschäftigt sind – und für Freizeit, Freundschaft und Jugend keine Zeit und keine Energie mehr übrig haben.

Für die Integration lernschwächerer Schüler bedeutet die Verkürzung der Schulzeit, die mit einer ständigen Kürzung von Lehrerstellen einhergeht, auf längere Sicht das Aus. Von Chancengleichheit kann dann endgültig keine Rede mehr sein.

Auch im internationalen Vergleich zeigt sich seit langem: gemeinsames Lernen von Kindern führt zu besseren Abschlüssen, ist also unserem System überlegen. In Europa gibt es überhaupt nur noch in Deutschland und Österreich ein dreigliedriges Schulsystem.

Die niedersächsische CDU-/FDP-Regierung ignoriert all diese Fakten und behauptet dreist gegenteiliges – wider besseres Wissen oder aus erschreckender Unkenntnis? Die Beschleunigung des parlamentarischen Verfahrens zur Einführung von I8 (Abitur in 8 Jahren auch an Gesamtschulen) macht leider sehr deutlich, daß dieser Regierung die von Eltern, Schülern und Lehrern geäußerten Willensbekundungen egal sind.
Diese Regierung handelt offensichtlich planvoll gegen die Interessen der nachwachsenden Generation.
Warum nur?!


Gestern sind Schüler, Eltern und Lehrer der IGS Göttingen gemeinsam durch die Stadt gezogen, um ihren Unmut zu äußern und zugleich der Landesregierung Bescheid zu geben:

Den Gesamtschulen müssen ihre 9 Jahre bis zum Abitur erhalten bleiben!
(weiterlesen …)

12. November 2008

Herzlichen Dank, Loriot!

für alles – und weiterhin alles Gute für Sie!

17. Juni 2008

Berlin Berlin

Phototermin mit einer Stadt und ihren Bewohnerinnen.
Seit mittlerweile 10 Jahren mache ich das. Die Faszination ist kanalisierter geworden. Ich fahre zielgerichteter zu bestimmten Orten, um die jüngsten Veränderungen zu erkunden und im Bild festzuhalten. Andere Stellen suche ich regelmäßig auf, weil ich mich dort einfach wohl fühle. Ich treffe Menschen, die ich durch meine Photos von dieser Stadt kennengelernt habe. Ich photographiere sie in dieser Stadt.
Es entsteht etwas Neues dabei und es findet so etwas wie eine beiderseitige Bestätigung statt: es gibt Berlin und es gibt Grapf und sie stehen in einer Beziehung zueinander, die immer enger wird.

11. Januar 2008

Bladerunner

Es muß um 1986 herum gewesen sein, als ich ihn zum ersten Mal sah. Ziemlich verstört kam ich danach aus dem Cinema, fand mich in einer neblig trüben Göttinger Nacht wieder und war mir nicht sicher, ob der Film nicht einfach in die Realität übergegangen war.
In den drauf folgenden Jahren ging ich noch oft ins Cinema. Und ich sah noch ungefähr zehn Mal allein in diesem Kino den Bladerunner. Davon ein Mal die amerikanische Originalfassung und nach 1992 einige Male den sogenannten director’s cut, mit dem ich mich erst nur sehr mühsam anfreunden konnte, weil mir Deckards Offline-Kommentar fehlte und weil ich die Synchronisation deutlich schlechter fand als die der ersten Fassung.

Später kaufte ich mir die Videokassette mit dem director’s cut und die CD mit der endzeitlich genialen Filmmusik von Vangelis.
Nun ist der Film 25 Jahre alt. Zum Jubiläum ist ein final director’s cut des Films in einer Ultimate Collectors Edition herausgegeben worden. Ich hatte schon vor mehr als einem Jahr davon gelesen und war deshalb auf der Hut. So gehörte ich zu den Vorbestellern bei Amazon, die die nett gemachte Steelbox zusammen mit ein paar Fan-Utensilien – oder sollte man sagen: Kultobjekte? ;-) – zum Nikolaustag 2007 geliefert bekamen. Direkt danach war sie ausverkauft und der Preis stieg in wenigen Tagen auf das doppelte.
Seit ich stolzer Besitzer dieses heiligen Gegenstandes bin, der u.a. aus 5 DVDs besteht, die nicht nur 5 verschiedene Fassungen des Films, sondern auch ein making of und natürlich die üblichen Interviews beinhalten, taste ich mich sehr behutsam an diese Highlights heran. Den final cut habe ich noch nicht angerührt.
Gestern gönnte ich mir den sehr liebevoll gemachten Zusammenschnitt nicht verwendeter bzw. alternativer Szenen. Das ist beinahe noch mal ein ganzer Spielfilm für sich. Und er ist sehr bewegend, weil er einerseits für einige Rätsel, die einem die Kinofassung aufgegeben hat, Lösungsangebote gibt, andererseits ein paar kurze Szenen eben anders ablaufen, als man sie kennt. Insbesondere die Liebesszene zwischen Deckard und Rachel geht hier einen Schritt weiter. Und schneidet damit noch etwas tiefer ins Fleisch und ins Herz.
Die Spannung auf den final cut ist ein Stück weiter gewachsen, hinzu gekommen ist die Vorfreude darauf, diese Alternativszenen ein nächstes Mal anzugucken – und etwas neues ist entstanden aus dem Eindruck, wie der Film hätte sein können und auch heute sein könnte, wenn er weniger den Profitinteressen seiner Produzenten und mehr der Intention Ridley Scotts und der literearischen Vorlage von Philip K. Dick hätte folgen dürfen.

29. Oktober 2007

Istanbul encore…

Ich bin der Stadt verfallen, noch ehe ich ganz angekommen bin. Sie saugt mich auf und ich atme sie ein, lausche ihrem unvergleichlichen Sound aus Muezzin-Rufen, Taxi-Hupen, Fischerverkäufern, Bosporusfähren und Möwen-Geschrei. Man ist sofort mittendrin und möchte nicht, daß das je wieder aufhört.
Knapp 5 Tage nur, diesmal. Leider. Viel zu wenig. Aber besser als gar nicht.

Ein paar Links zur Musik, ohne die Istanbul auch schlecht vorstellbar ist:
Istanbul-Blog @ taz
Dolapdere Big Gang
Funda Arar
Özgün Müzik

Die absolute Abfahrt ist die Musik von Mercan Dede. Zufällig auf dem Flughafen entdeckt. Glücklicherweise gerade so gekauft. Einmal reingehört kann man nicht mehr damit aufhören.

Eine knappe Auswahl an Wörtern, die mir mehr denn je aufgefallen sind:
Müzik, Kuaför, Banlijö Tren, Gar, Şarküteri – und noch viele mehr. Ändert man die Schreibweise ein wenig, sind es alles Direktimporte aus dem Französischen. Wann das wohl passiert sein mag…

Ein paar Photos habe ich auch gemacht. Ich muß sie erst einmal sichten, bevor ich einer Entscheidung, was ich mit ihnen anfangen kann, näher komme.

Für die Freiheit und auch sonst die Möglichkeit zu reisen bin ich dankbar wie sonst nur für sehr weniges andere.

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