28. Januar 2011

Das Filet wird verfüttert


Ein sogenanntes “Filet-Grundstück” mitten in Göttingens Innenstadt, auf dem bis Ende der 90er das Göttinger Stadtbad stand und reger Nutzung nicht entbehrte. Zugunsten eines Spaßbades außerhalb der Stadt wurde es abgerissen, weil die notwendige Sanierung angeblich zu teuer gewesen wäre.
Seltsamerweise fand sich in den folgenden 10 Jahren niemand, der mit dem großen Grundstück in Traumlage etwas anfangen wollte. 2003 kam dann der damalige Oberbürgermeister Jürgen D. auf den genialen Gedanken, den von furchtbarer Parkplatznot gebeutelten Göttinger Autofahrern dieses Grundstück zwar nicht auf dem Silbertablett aber wenigs auf dem Schotterbett als Parkplatz zu servieren. Provisorisch natürlich nur und jederzeit auf Abruf, falls doch noch ein Investor mit Appetit auf Filet aufschlagen sollte…
Bekanntlich halten Provisorien ja am längsten. Dieses hier nun bald 8 Jahre. Aber nun ist auch Schluß. Im Frühjahr wird dichtgemacht und dann kommen die Filet-Verwerter und bauen 1 Wohn- und 1 Geschäftshaus. Immerhin kein fettes Shopping-Center! Um das ganze mal von der positiven Seite zu sehen.

19. Januar 2011

Leinehochwasser anno 2000


Das Hochwasser an sich sah vor elf Jahren nicht wesentlich anders aus als heute. Der Hintergrund hingegen hat sich völlig verändert. Die Bäume, die hier noch so schön das Ufer säumen, wurden 2004 fast alle gefällt. Seit 2007 wird der Bereich zwischen Leine und Eisenbahnstraße mit gesichtslosen und überhaupt ästhetisch außerhalb jeglicher Diskussion angesiedelten “Stadthäusern” zugebaut.

Von der Wäscherei Schneeweiß, später Steritex, ist heute nur noch der Turm übrig. Er wurde vollständig entkernt und zu einem Wohnturm umgebaut.

17. Juni 2010

Au revoir, Paris!

100 Grillionen Touris können sich nicht irren, möchte man meinen. Und ich kann nur bestätigen: in den Straßen des Montmartre ist es richtig schön, man hat dort unwillkürlich die Filmmusik von Amélie in der Ohren. Das beschwingt meine Schritte. Den Pariser Verkehr habe ich unerwartet zivilisiert erlebt. Natürlich sind die Straßen zu bestimmten Zeiten voll und das Temperament der Franzosen sorgt für eine hohe Grundlautstärke. Nicht nur, daß gern und ausdauernd gehupt wird, auch die Stimme wird gern gehoben. Sehr beeindruckt haben mich die unüberschaubar vielen Roller- bzw. MotorradfahrerInnen, die an den großen Boulevards gern zu fünft nebeneinander an roten Ampeln warten, um dann bei Grün mit wahnsinniger Beschleunigung schnell außer Sichtweite zu verschwinden, lange danach gefolgt von eher gemächlich wirkenden Autos, Taxis und Bussen, zwischen denen sich bereits wieder neue Motorräder hindurch schlängeln. Ihr Wendigkeit und Schlankheit ist absolut Trumpf. Auch am Straßenrand, wo sie überall endlose Parkreihen bilden, ähnlich wie in Göttingen die Fahrräder.
Auf den Bürgersteigen heißt es Schritt halten, mit der rasanten Eleganz der Stadtbewohner – und sich dabei nicht irritieren lassen von vielen vielen Bettlern oder Touris, die hilflos suchenden Blickes den Weg versperren.
Aber – all das hat nichts bedrohliches. Und beim Überqueren der großen Straßen hatte ich kein einziges Mal Angst zur Zielscheibe blindwütiger Autofahrer zu werden. Was in Göttingen gelegentlich durchaus passiert.

Begeistert hat mich das multikulturelle Leben: in Chinatown im Süden, in Belleville im Osten und am meisten in der rue du Faubourg Saint Denis mitten im 10. Arrondissement. Diese Straße bin ich bestimmt 10 mal hin und her gewandert und konnte mich nicht dran satt sehen.
Ebenso gern und fast so oft bin ich durch die schönen altmodischen Passagen flaniert, die sich zwischen rue Lafayette und Boulevard Haussmann und noch weiter nach Süden durch die Häuser ziehen, in denen es sich in Briefmarken, alten Postkarten, Deckeln von Champagner-Korken oder Zubehör für Puppenhäuser stöbern läßt. Gleich nebenan kann man wunderbar zu Mittag essen.

Paris ist voll cool, in jeder Hinsicht. Abgesehen von Istanbul kenne ich keine andere Stadt, die so viele Photomotive in so dichter Folge bietet. Alors au revoir, Paris – à bientôt…!

4. Juni 2010

voyage à Paris

Anfang der Achtziger war ich zuletzt für einen Tag dort, davor mal etwas länger 1979: eine Erinnerung, die aus verschiedenen Gründen nicht viel positives für mich hat.
Es wird also irgendwie Zeit, an meinem Verhältnis zur Hauptstadt unseres Nachbarlandes ein wenig zu arbeiten.
Mein Französisch ist gerade ein bißchen aufgefrischt und meine Erfahrung im Umgang mit größeren Städten mit der Zeit vielleicht gereift.
Mich gruselt vor dem Auto-Verkehr und vor den Preisen für Essen und Trinken.
Aber ich freue mich auf kleine Viertel, in denen ein wenig die Zeit stehen geblieben ist, auf Straßen-Cafés, Métro-Stationen, summer in the city auf Französisch, auf die Treppen von Sacre Cœur und sogar ein bißchen auf Haussmann’sche Boulevards.
Vielleicht begegne ich ja beim Flanieren irgendwo Antoine Doinel.

31. August 2009

Abschied vom Ostkreuz

ostkreuz
Der lange Abschied von einem Bahnhof – und sein Lieblings-Photograph – in der Berliner Morgenpost.

13. August 2009

Groner Tor

Groner Tor

11. August 2009

Rosdorfer Weg / Marienstraße

rosdorferweg1

27. Juli 2009

Vom Bauen und Planen

Es begab sich aber mitten zur Urlaubszeit, daß Scharen ausgesandt wurden Schilder zu verteilen, auf denen geschrieben stand, daß Parkverbot herrschen solle vom kommenden Tage an. Dies aber sollte geschehen gar überall, wo irgend möglich denkbar und in Geismar.
Als aber an obriger Stelle bemerkt wurde, daß es wohl an der Zeit des Urlaubs lag, daß so viele nicht das plötzliche Parkverbot vor ihren Häusern beachteten, kam die Obrigkeit mit sich überein, Schreiben zu verfassen und an die Untertanen im Lande (hier Geismar) zu versenden.
Und es geschah allso:

 

Göttingen, der Oberbürgermeister
FD Stadtordnungsdienst
Fachbereich Ordnung
Auskunft erteilt: Herr D und Frau C
Zimmer: 1234
Telefon etc

An Herrn Grapf (Name geändert)

Amtliches Kennzeichen: GÖ-AB 123

Sehr geehrte Verkehrsteilnehmerin,
sehr geehrter Verkehrsteilnehmer,

nach meinen Feststellungen war Ihr Fahrzeug in Göttingen,Am Rischen in einem am 22.07.2009 errichteten Haltverbotsbereich für eine Baustelle oder einen Umzug geparkt.
Dieses Halteverbot wird erst mit dem Tage der Maßnahme wirksam.

Ich bitte Sie daher, dieses Fahrzeug bis Beginn am:
27.07.2009
zu entfernen.

Sollte sich das Fahrzeug bei Beginn der Maßnahme noch dort befinden, kann Ihr Fahrzeug kostenpflichtig abgeschleppt werden.

Mit freundlichem Gruß
Im Auftrag
C

 

Wenn nicht die Straßen in Geismar und speziell in unserer Wohngegend ohnehin in den letzten 3 Jahren schon über sehr lange Zeit aufgerissen gewesen wären. Und wenn nicht seit Monaten auch jetzt sowieso in der näheren Umgebung mehrere Großbaustellen zu Umwegen zwängen. Wenn fürderhin ihre durchlauchtige Stadtordnungsdienstigkeit es über sich gebracht hätte, die betroffenen Untertanen im Vorhinein von ihren baulichen Vorhaben in Kenntnis zu setzen.
Ja wenn!
Vielleicht könnte man dann mit einer großen Prise Humor versuchen drüber hinwegzusehen, wie da die Stadtverwaltung, vertreten durch ihren Fachordnungsdienst, meint mit den Untertanen umgehen zu sollen.
Da es aber nicht so ist, sondern stattdessen das Staubschlucken, Lärm ertragen und Umwege in Kauf nehmen schon über Gebühr lange als Alltag hingenommen werden muss, darum scheint nun ein Punkt erreicht, wo geharrnischter Protest einsetzen soll.

Meine Damen und Herren Obrigkeit: es reicht! Schluß jetzt mit diesem behördlich verzapften Unfug!

4. Juni 2009

Das große B ruft

Morgen geht es endlich mal wieder nach Berlin. Ein halbes Jahr ist seit meinem letzten Besuch dort schon vergangen, eine enorm lange Zeit gemessen an den rasanten Entwicklungen in der Hauptstadt.
Höchstwahrscheinlich wird es mein letzter Besuch am Ostkreuz werden, an dem ich dieses noch in halbwegs erkennbarem Zustand vorfinde. Denn im Juli/August sollen die beiden oberen Bahnsteige (A und F) abgerissen werden.

22. Mai 2009

no justice no peace

no justice

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