Glück mit dem Wetter diesmal, keine 35° sondern angenehme 25° und auch ein paar Wolken, so daß es wirklich gut auszuhalten ist. Die Rekordteilnehmerzahl von 1300 LäuferInnen allein auf der 5-km-Strecke bedeutet leider auch, daß man in dieser Menge kaum noch wirklich laufen kann. Den ersten Kilometer geht man eigentlich nur, kaum ist man in lockeren Dauerlauf übergegangen und findet Gefallen daran, wird man schon rücksichtslos und rauh von den Profi-Läufern überrundet, die natürlich von ganz vorn gestartet sind und deshalb ihre erste Runde frei und entsprechend schnell laufen können.
Als Nur-aus-Freude-am-Laufen-Läufer fühlt man sich bedrängt, belästigt, ja sogar gefährdet, vor allem auch die zahlreichen Kinder, die hier mitlaufen und fast umgerannt werden. Das geht völlig überflüssigerweise ernsthaft auf die Laune. Wozu braucht so ein Event (das beste, das Göttingen zu bieten hat, sagt mein Sohn, der mich diesmal bei den 5 km locker abgehängt hat) unbedingt Profi-Läufer? Warum müssen Leute, die die 5 km in einer Viertelstunde schaffen, und die große Menge, die eher eine halbe Stunde dafür braucht, auf derselben Bahn laufen? In den engen Gassen der Göttinger Altstadt kann das kaum funktionieren. Die Veranstalter sollten ihr Konzept diesbezüglich dringend überarbeiten.
Letztes Jahr bin ich trotz blödsinniger Hitze begeistert die 10 km mit gelaufen, dieses Jahr bin ich nahezu ebenso begeistert bei dieser wunderbaren Disziplin nur Zuschauer. Wir stehen in der Johannisstraße Ecke Papendieck bei einer Trommler-Gruppe, die den LäuferInnen und den ZuschauerInnen unglaublich Stimmung macht und unvergleich lebendigen Rhythmus in die Veranstaltung bringt. Vor allem in den letzten Runden finden sich viele der vorbei Laufenden in tanzende Bewegungen ein, klatschen für einige Schritte mit und strahlen über das ganze Gesicht. Das ist ein Erlebnis, das trägt.