Den Karfreitag begann ich mit einem Lauf durch den Nieselregen. Was an Ungemütlichkeit nur noch durch den Samstag-Vormittag getoppt wurde, als ich mit Kind3 im Schneeregen mit Rädern in die Stadt zum Einkaufen fuhr. Als Ausgleich dafür endlich mal wieder umgezogen, im Haus, von einem Zimmer ins andere. Auch Eltern wollen gern mal ein eigenes Zimmer haben, so ein Vorrecht, das man Kindern fraglos zugesteht und sich selbst jahrelang verwehrt, weil man meint, man hätte ohnehin keine Zeit, die man darin verbringen könnte. Wir werden sehen.
Leider geht beim Umziehen einiges schief. Erst kille ich, wie ich erst viel später diagnostiziere, beim Abstöpseln meines Computers die WLAN-Antenne. Dann trete ich mit meinem Schienbein so dermaßen doll gegen so eine blöde Plastikbox, als ich mit einem Möbel bepackt, den Boden nicht vor meinen Füßen sehe, daß ich neben Schreien, Heulen und Kühl-Pack drauf halten mich frage, ob ich mir jetzt auch das Bein gebrochen habe. Dann, als sich das so einigermaßen beruhigt und nur ein fetter blauer Fleck und eine größe Abschürfung übrig bleibt, gerate ich natürlich in Hektik, weil in meinem neuen Zimmer das Internetz nicht auf Empfang gehen will. Statt nach der WLAN-Antenne zu gucken (zu naheliegend) verdächtige ich den DSL- und WLAN-Router, daß sein Signal nicht reicht vom Erdgeschoss bis unters Dach. Also rupfe ich den viel zu schnell und unbarmherzig aus dem Regal, um seine Reichweite mittels fensternaher Positionierung zu verbessern. Bringt aber nichts. Schlimmer noch: in der Folge geht, nachdem ich den ganzen damit verbundenen Gerätepark wieder angeschlossen habe, DSL gar nicht mehr, auch nicht über Kabel. Und Telefon, das wir nun schon eine Weile mit VoIP betreiben, geht auch nicht. Von der Außenwelt abgeschnitten.
Schöner Karfreitag. So stellt man sich das vor.
Nach dem sehr nassen und moralisch dadurch nur bedingt aufbauenden Einkauf schraube ich alles noch mal feinsäuberlich ab und wieder dran, rufe dann vom Handy aus die 1+1-Hotline an, was pro Minute läppische 80 Cent kostet. Wobei etwa 5 Minuten vergehen, bis man eine menschliche Stimme dran kriegt, die dann auch sehr nett ist, mir aber nach weiteren etwa 5 Minuten doch ganz klar nicht helfen kann. An ihrer Firme liege es nicht, sagt die charmante Dame, das DSL komme bei uns an, ich solle mal die Firma mit dem lila T anrufen, die (noch) für den Telefonanschluß zuständig ist.
Was ich dann natürlich auch sofort tue. Dort keine Gebührenansage (kostet das etwa nichts? Oder ist es so unanständig teuer, daß sie sich das nicht auszusprechen trauen?), dafür eine harsche, unangenehme süddeutsche Stimme (nichts gegen Dialekt. Ich liebe Dialekte! Aber in dieser leicht angespannten Situation wäre mir eindeutiges Hörverständnis doch geringfügig wichtiger…) – wo mir also so ein Ex-Beamter ziemlich unwirsch zu verstehen gibt, daß es an seiner Firma nicht liege, die Signale kämen gut bei mir an, ich solle mal meine Hardware checken. Die Fritzbox also. Ich habe das ja schon befürchtet. Wo doch dieses eine grüne Lämpchen da die ganze Zeit immer nur am Blinken ist, statt ruhig und beruhigend und stetig zu leuchten.
Puh, denke ich.
Schlafe am hellichten Samstagnachmittag ein Stündchen drüber. Vor Erschöpfung. Vor Aufregung.
Und dann erst in den Blödmarkt, wo es etwa 5 verschiedene Fritzboxen gibt, aber nicht die, die ich brauche. Und dann in den Geizmarkt, wo es sie gibt, die richtige Box. Eine noch. Trotz horrenden Preises (wir üben uns in vorösterlicher Geiz-Abstinenz!) kaufe ich das Teil ohne viel Federlesens, fahre ganz ruhig (betont ruhig!) damit nach Hause, packe es aus, schließe es ganz vorsichtig an.
Und es geht.
Sofort.
Alles wieder roger. Telefon. Und DSL. Und damit Internet. Jedenfalls über Kabel.
Nur an meinem WLAN-Computer geht es noch immer nicht.
Da fällt mir ein, daß ich ja zum Glück noch so einen USB-WLAN-Stick habe, schiebe den rein. Und nach einer Weile Blinken funktioniert das auch.
Puh, again.
Neben dem Räumen, Sachen schleppen, Regal abbauen und im neuen Zimmer wieder aufbauen, zwischendurch, quasi zur Erholung, also immer auch mal wieder gucken, warum das WLAN nicht ohne USB-Stick geht. Bis ich dann an der Antenne mal genauer gucke und sehe, daß das Kabel nur noch lose dran hängt. Ob es das ist? Ob es das war?!
So schnell läßt sich das nicht klären. Ich bin sehr erleichtert, daß die grundlegenden Weltverständigungsfunktionen wieder laufen und lasse es gern einfach mal familiär Ostern werden.