9. August 2009

Leinebadetag

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19. Mai 2009

Armer Landstrich

Nach der soeben veröffentlichten neuen Landkarte der Armut in Deutschland ist es nicht eben rosig bestellt um die Südniedersächsische Toskana. Gemessen am Rest von Westdeutschland liegen wir am unteren Ende. Aber gegen Meck-Pomm geht’s uns ja eindeutig noch Gold.
Dennoch bleibt einem die Frage am Gaumen kleben, ob Armut denn im Ernst ein regionales Problem sei oder ob damit nicht nur vom strukturellen Problem wieder mal fleißig abgelenkt werden soll.

9. März 2009

Freuden des Gesundheitssystems

Der Junge hustet seit Tagen zum Steinerweichen. Wir vermuten allergische Gründe.
Wir schicken ihn zum Arzt. Weil Hausarzt gerade im Urlaub, zum Lungenfacharzt.
Da steht der arme Tropf und bittet um einen Termin, zeigt seine Versichertenkarte und bekommt nur zu hören, in 4 Wochen sei wieder ein Termin frei. Traurig geht er wieder, sieht im weitgehend leeren Wartezimmer den Doc rumstehen, wie er mit einer seiner Sprechstundenhilfen feixt. Fragt dort noch einmal, ob er nicht jetzt eben schnell dran kommen könne. Nein, entgegnen sie ihm. Jetzt gehe das leider nicht. Er müsse sich schon einen Termin geben lassen.

18. Februar 2009

Winter, hartnäckig

Es bleibt eine Herausforderung. Gestern Morgen bei etwa 3° fetter Schneeregen, der beim Radfahren schneller durchnässte, als das jede normale nassere Regenform hinkriegen würde. Heute Morgen bei etwa -8° klarster feinster Sonnenschein und feine sonnendurchflutete Rauchsäulen aus den Schornsteinen. Die Haare frieren im eisigen Fahrtwind an den Beinen fest. So ungefähr.
Er läßt so gar nicht locker, heuer, der Winter. Sonst gab es ja in der zweiten Januarhälfte oder Anfang Februar immer mal ein paar Tage zum Erholen, wo man so bei knapp 10° schon dachte, der Frühling kommt. Nichts davon dieses Jahr. Kein Wunder, denkt man, daß das Gekränkel so gar nicht weggeht. Der Kopf bleibt matschig und das Husten und Niesen hält sich hartnäckig.

2. Dezember 2008

Das Wort zum Mittwoch

Bereits morgens um viertel nach acht hat man den Eindruck, es würde schon wieder dunkel. Die Straßenbeleuchtung, vor allem die matschig orangene, braucht gar nicht abgeschaltet zu werden. Der naßkalte Himmel hängt deprimierend auf den vorwhynachtlich gestreßten Gemütern.
Mir macht das aber mal gar nichts. Ich mag diese vorfreudige Trübsinnigkeit, dieses (un)heimliche Wissen um all das Jauchzen und Frohlocken, das da ganz bald wieder sein wird. Geschenke kaufen, bei Bieling Kalenderrohlinge kaufen und wieder staunen, wie teuer die sind, nur um dann hinterher festzustellen, daß sie letztes Jahr schon genauso teuer waren. Und dann Geschenkpapier kaufen, Kalender basteln, Geschenke einpacken. Und all das, Sie wissen schon.
Morgen soll es wieder schneien. Da freuen wir uns schon drauf. Alles so schön weiß. Erstmal. Sauschade nur, daß diese Freude immer von so kurzer Dauer ist. Und dann ist wieder nur Automatsch und überfrierende Nässe und man muß als Radfahrer wieder ununterbrochen um sein Leben fürchten.
Aber wem erzähl ich das – und überhaupt: egal, ich tu es gern. Ich mag den Winter, das Tapsen im Dunkeln, die Unsicherheit auf glattem Untergrund, am liebsten natürlich meine Fußstapfen in jungfräulichem Schnee, gern aber auch meine Fahrradreifenspuren mitten im Automatsch, das erregende Geruchsgemisch aus verkohlter Currywurst, verbrannten Mandeln und verkochtem Glühwein, das frohlockende Gedudel all der sogenannten Whynachzlieder, das den Verkauf ankurbeln soll.
All das, Sie kennen das ja.
All das ist immer noch besser als das tiefe Loch, in das man dann Anfang Januar fällt. Wenn der letzte Sekt getrunken, der letzte Böller verballert und das letzte Lichtlein am Whynachzbaume ausgeblasen ist und die große endlose trostlose Winteröde einen überfällt und es noch sooo lange bis zum Frühling ist.
Denkt man immer. Stimmt aber auch gar nicht. Denn Mitte Januar werden die Tage schon wieder länger und die Vögel fangen, wenn auch sehr allmählich, wieder an zu singen – und überhaupt: Dunkelheit ist auch gemütlich und sorgt dafür, daß man zusammenrückt und es sich drinnen nett macht. Auch Fernsehgucken macht ja nun nur im Dunkeln wirklich Spaß.
Nach all den Jahren ist man sogar irgendwann so weit, daß man sich von den ganzen ewigen ÜberdasschlechteWetterJammerern nicht mehr die Laune vermiesen läßt, sondern ihnen einfach fröhlich entgegnet. Begegnet. Entgegen hält. Dagegen an lebt.

Halten Sie sich frisch und denken Sie daran: man ist immer nur so alt, wie man sich anfühlt!

30. Mai 2008

In Nachbars Garten


ist der Müll nachts schön beleuchtet.

30. Januar 2008

Düstere Eichen Weg


Angemessene Lichtstimmung nach meinem letzten regulären Termin bei der Lieblingszahnärztin, die weg geht. Nicht nur aus Göttingen, sondern gleich ganz weg aus Deutschland. Die Knebelungen durch die immer übleren Gesundheitsreformen einer Frau Schmidt und natürlich der Krankenkassen-Lobby machen ihr die Arbeit, die sie gern tun würde, unmöglich.

26. November 2007

Dem Landkreis geht ein Licht auf


jedenfalls scheint es so, wenn man da hinauf blickt.
Tatsächlich wurden für diese Kunst-Installation etwa 100.000 Euro ausgegeben. Für ein bißchen bunt leuchtendes Dach.

15. Juni 2007

Das Ankara

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Mitte der Achtziger war es das einzige bezahlbare und leckere türkische Restaurant in Göttingen: das Ankara in der Goetheallee. Gut 20 Jahre ist man dort immer wieder gern essen gegangen, hat wenigstens drei oder vier Betreiber-Generationen kennengelernt.
Und jetzt ist es zu. Plötzlich und unerwartet.
Sehr sehr schade.

31. Dezember 2006

Jahresauslauf


Wir machen das erst zum dritten oder vierten Mal, diesmal aber so richtig gern und vielleicht am letzten Tag des Jahres auch einfach in besonderer Stimmung, B und ich: wir laufen zusammen ums Kerstlingeröder Feld. Glücklich abgepasst zwischen zwei Schauern, kurz vor Einsetzen der Dämmerung. Eine große ruhige Runde durch eine beglückend natürlich wirkende Landschaft, die dank ehemaligem Bundeswehrübungsgelände völlig unzersiedelt und landwirtschaftlich fast völlig ungenutzt ist. Von ein paar andern Joggern abgesehen sind wir allein in der melancholischen Herbststimmung, die eigentlich Winter sein sollte und in der einem eigentlich ein paar Jahresrückschaugedanken kommen sollten.
Was kommt, ist einzig das Gefühl, daß alles so angenehm leicht sein kann, wenn ich es zulasse, wenn ich mitmache, wenn ich mich hineinfallen lasse.
Der Gedanke hat sich in den letzten Tagen herausgebildet und er ist das, was ich einfach gern mitnehmen und weitergeben möchte, vom alten ins neue Jahr und von mir zu dir.
Die Leichtigkeit im Leben entdecken. Das wünsch ich mir.

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