13. Mai 2008

Dampflok-Chasing

Am Pfingstsonntag war Dampflok-Treffen in Bebra. Da dache ich, könnte man ja schön mal dem von einer Dampflok gezogenen Sonderzug von Vienenburg nach Bebra auflauern und womöglich sogar eine Weile neben her fahren.
So bezogen wir zuerst mal in Eichenberg Stellung. Da gibt es eine Brücke über die Gleise, die einem herrlichen Blick über den Bahnhof und auch noch weit in die Landschaft bietet. So war es kein besonderes Problem, dort eine Stunde auszuharren und auf den Zug zu warten.
Der nicht kam.
Von dem man dann nach 1 Stunde hörte, es werde mindestens noch eine halbe Stunde dauern, bis er komme. War schon schade.
Heute lese ich in einer Randnotiz des lokalen Käseblattes, daß nämliche Dampflok auf ihrem Weg nach Göttingen an einigen Stellen die Böschung in Brand gesetzt habe und deswegen in Göttingen außer Betrieb genommen worden sei. Stattdessen habe der Sonderzug dann eine Diesellok vorgeschnallt bekommen.
Nun möchte ich mir gar nicht so genau vorstellen, wie man sich fühlt, wenn man in so einem Zug drin sitzt und dafür bezahlt hat. Hätte uns von Göttingen nach Bebra genau 97 Euro gekostet.

Wir fuhren (durchaus entgegen sonstiger Vorlieben) mit dem Auto weiter bis Bebra, wo auf dem Bahnhof wirklich reichlich Trubel, viele Leute, viel Lärm, viel Staub, reichlich Rauch und wenig Schatten und erst recht wenig Sitzgelegenheiten waren.
Dafür aber Dampfloks. Hautnah und nicht nur zum Anfassen, sondern sogar zum Führerhaus besichtigen, Dampf schnuppern und Sound hören inclusive Pfeife.

Ja, macht was her, man freut sich einen Moment lang über die Schönheit der großen Räder (jedes etwa so groß wie meine Tochter) und die nostalgischen Gefühle, die mit den Kindheitserinnerungen aufkommen. Und über die rußgeschwärzten Lokomotivführer, die alle wie Lukas aussehen und sicher unglaubliche Mengen teurer Lokomotivfühgrerseife brauchen, wenn sie mal richtig sauber werden wollen.
Oder jedenfalls möchte man sich ja irgendwie gerne freuen. Gelingt dann aber nur bedingt, weil der ganze Rummel ziemlich nervt, weil die Dampfloks mit ihren Zügen alle nur auf Durchreise sind und gar nicht schön, wie man nach den Photos meinen könnte, aufgereiht irgendwo am Rand rumstehen, auf daß man mal so in Ruhe drumrum schleichen könnte. Und nicht mal ordentliche Photos kann man machen, weil etwa 3 Grillionen anderer dampflokbegeisterter Hobbyphotographen auch nix besseres zu tun haben, als einem ständig vor dem Motiv zu stehen, Stative auszubreiten oder sich aufs Gleis zu lehnen, um freien Blick zu bekommen, den man selbst gern hätte.

Auf der Rückfahrt durchs Hessische entdeckten wir so reizende Dörfer wie Erkshausen und viel viel gelber Gegend. Ruhe und gute Luft. Das tat richtig gut.

2. Mai 2008

Ziegenaustrieb Landolfshausen 2008



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31. März 2008

Geizmar’s next top model

Am Sonntag scheint die Sonne und Mutti und Vatti räumen endlich mal den Garten auf. Seit Monaten hat sich da Schrott und Müll aller Art angesammelt, von der längst ausrangierten Sandkastenmupfel bis zum Stumpf des Apfelbaums, der einem der Winterstürme zum Opfer gefallen ist.
Meanwhile on the other side of the house… – arrangieren die jungen Damen der Nachbarschaft megaspontan und phantasievoll den Geizmar-next-Topmodel-Contest. Von der Sechzehnjährigen bis zur Siebenjährigen sind sie alle dabei, holen sich witzige, abgefahrene und völlig alberne Klamotten aus Schubladen und Schränken, machen mit ipod und Boxen-Dockingstation ordentlich Lautstärke, lassen die Charts rauf und runter laufen und stelzen dazu den Stichweg rauf und runter, wie sie das von Heidi K gelernt haben.
Selbe Sozialisation alle offenbar, so wie sie die einschlägigen Bewegungen, Gangarten und Posen drauf haben.

Ich hasse diese Sendung ja. Abgrundtief. Wenn ich sehe, wie meine große und eigentlich ganz vernümpftige Tochter da schmachtend vor sitzt und meine Frau dabei, dann wird mir irgendwie anders und ich muß dann woanders hingehen.
Aber wenn die versammelte Mädchenschar das nachäfft mit dem ihr eigenen Humor, dann ist das etwas ganz anderes. Und ich darf und muß dann natürlich auch Photos machen. Das Licht ist zwar leider unter aller Kanone und mein Autofokus verdammt oft viel zu langsam – oder die Mädels zu schnell, aber das eine oder andere wirklich witzige Bild entsteht doch dabei.
Es macht vor allem Spaß und bringt sie nach laaanger Winterpause alle wieder zusammen, endlich.

25. Februar 2008

Knipser-Treffen

Mit ungefähr 40 Leuten aus allen Teilen der Republik, aus Frankreich und England treffen sich die Photo-Junkies quasi zur großen Selbsthilfegruppe in Berlin: zum gegenseitigen Beschnuppern in echt und natürlich zum gemeinsamen und gegenseitigen Photographieren. Es ist äußerst seltsam, ausgerechnet die sattsamst bekanntesten und am meisten und völligst abphotographiertesten Orte in der großen, deshalb natürlich sehr langsamen Gruppe abzugrasen. Es führt bei mir zu zeitweiser Knips-Lähmung, ein Zustand, den ich sonst nicht kenne.
Allerdings, wenn ich danach die Ausbeute auf der Festplatte betrachte, kann der Lähmungszustand auch nur ein sehr partieller gewesen sein. Vor allem sind ein paar sehr schöne und sehr kommunikative Portraits entstanden, über die ich sehr froh bin.
Ein herausragendes Erlebnis, soviele Gesichter auf einmal real zu sehen, Stimmen zu hören, die man vorher nur schriftlich wahrgenommen hat und Nähe zu fühlen, die in der Realität eine noch direktere und schönere Fortsetzung findet, als sie in der Virtualität bereits begonnen hatte.
Mehr faszinierend als verwirrend die Gespräche, deren Sätze teils auf französisch beginnen, einen englischen Mittelteil erhalten und auf deutsch schließen: die Verständigung läuft auf vielen Ebenen und funktioniert wunderbar.
So dürfte es öfter sein.
Die Photographie bewährt sich als Kommunikationsmedium. Und Berlin wird mehr denn je zu meiner zweiten Heimat.

16. September 2007

Auf der documenta


Wir haben Glück. Die Sonne scheint, es ist so warm, daß man zwischen den verschiedenen Ausstellungshallen angenehm draußen rumlaufen und -sitzen kann. Wider Erwarten keine Rückenschmerzen. Viele spannende Kunstwerke, schöne Bilder, politische Photographien. Ein wesentliches Moment die vielen anderen Menschen.
Nach Friedericianum und Aue-Pavillion fahren wir noch mit der Straßenbahn zum Schloß Wilhelmshöhe, das zwar als in die documenta einbezogen angepriesen wird, jedoch kaum spezielle Exponate bietet, stattdessen eine Vielzahl holländischer Meister aus dem 17. Jahrhundert. Hätte bisher nicht für möglich gehalten, daß ich mir so etwas gern angucken würde. Ist aber so.

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13. September 2007

Die sind ja wohl blöd

Sorry, aber angesichts des Blödsinns, der sich da bei der Alexa-Eröffnung in Berlin ereignet, kann ich vor lauter Schadenfreude nur saublöd grinsen.

6. August 2007

Mittelalterfest auf Burg Hanstein


In sehr romantischer Lage und Umgebung, genau im Dreiländereck Thüringen / Hessen / Niedersachsen findet alljährlich Anfang August das kultige Hansteinfest statt. Das Ambiente ist einfach herausragend, die Stimmung fröhlich und ausgelassen und die Musik von Dectera Lugh, geprägt und mit überschäumendem Temperament vor allem vom Trommler und Schlagzeuger vorangetrieben, wird jedes Jahr besser. Mich überrascht eins ums andere Jahr neu, wieviele Gesichter ich dort wieder erkenne und wie viele von ihnen mir schon vor sechs Jahren oder länger ebenso aufgefallen sind. Was nicht nur an den Gewandungen liegt…

19. Juli 2007

Altstadtlauf ’07

Glück mit dem Wetter diesmal, keine 35° sondern angenehme 25° und auch ein paar Wolken, so daß es wirklich gut auszuhalten ist. Die Rekordteilnehmerzahl von 1300 LäuferInnen allein auf der 5-km-Strecke bedeutet leider auch, daß man in dieser Menge kaum noch wirklich laufen kann. Den ersten Kilometer geht man eigentlich nur, kaum ist man in lockeren Dauerlauf übergegangen und findet Gefallen daran, wird man schon rücksichtslos und rauh von den Profi-Läufern überrundet, die natürlich von ganz vorn gestartet sind und deshalb ihre erste Runde frei und entsprechend schnell laufen können.
Als Nur-aus-Freude-am-Laufen-Läufer fühlt man sich bedrängt, belästigt, ja sogar gefährdet, vor allem auch die zahlreichen Kinder, die hier mitlaufen und fast umgerannt werden. Das geht völlig überflüssigerweise ernsthaft auf die Laune. Wozu braucht so ein Event (das beste, das Göttingen zu bieten hat, sagt mein Sohn, der mich diesmal bei den 5 km locker abgehängt hat) unbedingt Profi-Läufer? Warum müssen Leute, die die 5 km in einer Viertelstunde schaffen, und die große Menge, die eher eine halbe Stunde dafür braucht, auf derselben Bahn laufen? In den engen Gassen der Göttinger Altstadt kann das kaum funktionieren. Die Veranstalter sollten ihr Konzept diesbezüglich dringend überarbeiten.
Letztes Jahr bin ich trotz blödsinniger Hitze begeistert die 10 km mit gelaufen, dieses Jahr bin ich nahezu ebenso begeistert bei dieser wunderbaren Disziplin nur Zuschauer. Wir stehen in der Johannisstraße Ecke Papendieck bei einer Trommler-Gruppe, die den LäuferInnen und den ZuschauerInnen unglaublich Stimmung macht und unvergleich lebendigen Rhythmus in die Veranstaltung bringt. Vor allem in den letzten Runden finden sich viele der vorbei Laufenden in tanzende Bewegungen ein, klatschen für einige Schritte mit und strahlen über das ganze Gesicht. Das ist ein Erlebnis, das trägt.

25. Juni 2007

Gefängnis ist geil

25000 Leute können sich nicht irren. Die neue Justizvollzugsanstalt Rosdorf hat letzte Woche schon eine freie Nacht in der Zelle für Freiwillige angeboten und gestern einen Tag der Offenen Tür veranstaltet, bevor es dort ernst wird und richtige Gefangene dort richtig einsitzen werden. Die freien Büger nahmen offenbar gern stundenlanges Schlangestehen auf sich, um einmal in den Knast – und auch wieder raus! – zu dürfen.

23. April 2007

Frühjahrslauf


Sonne satt, angenehme Temperatur und entspanntes Laufen vom Jahnstadion aus um den Kiessee rum und in die südliche Umgebung. So macht Laufen richtig Spaß. Man kann kaum genug kriegen, erster Sonnenbrand inclusive.