14. März 2005

Nach der Feier

Von Kindergeburtstagen habe ich jetzt aber doch erst mal genug. Was nicht heißt, daß ich sie grundsätzlich nicht mag. Nur eben, daß man sich vorher immer viel viel Mühe gibt mit Geschenkeaussuchen, Gastkindergewinne besorgen, Spiele planen, Kuchen backen, Girladen aufhängen… – dann kommt der Geburtstag, die Aufregung erreicht ihren Höhepunkt, alles fängt wunderbar an, das Kind freut sich über alle Backen, die Gastkinder kommen am Nachmittag und sind schon gleich schwer im Zaum zu halten, weil eigentlich schon zu durchgedreht durch den Kindergarten. Die eine zu müde, die andere kann nicht stillsitzen, muß überall immer im Vordergrund stehen. Und als Eltern rennt man nur hin und her, richtet an und her und versucht es nett zu machen und nett zu finden und kommt genau dazu dann doch nicht wirklich.
Und abends ärgert man sich, ohne das zu sagen, daß die Eltern der Gastkinder zu spät kommen, um diese endlich wieder abzuholen, damit man endlich das Geburtstagskind ins Bett bringen, Küche und Wohnzimmer aufräumen und dann noch mit den großen Kindern eine Runde Carcassonne spielen kann, weil die sehr lieb waren und auch eine ordentliche Portion Aufmerksamkeit und Zuwendung brauchen.
Die Zuwendung der Eltern füreinander fällt dann eher spartanisch aus. Sowohl Zeit (vor dem Fall ins Koma) als auch Energie (sokurz vor dem Fall ins Koma) fehlen irgendwie.
Wenn dann der nächste Morgen, in den man mit Vorfreude auf’s Wochenende, auf ein ruhiges Wochenende, startet, damit beginnt, daß die liebe Dame zum unplanmäßigen Sonntagsdienst verpflichtet wird (von sieben bis sieben), dann vergeht mir irgendwie die Laune. Ich hasse das. Es ist genau das, was ich nicht abkann, wenn da so von außen jemand oder etwas sich in die inneren Angelegenheiten einmischt und Pläne zunichte macht.

*Mecker mecker mecker mecker mecker mecker mecker* Ich hör ja schon auf. Der Sonntag wurde trotzdem schön. Man fügt sich eben. Plant um und macht was anderes.

5. Dezember 2004

Whynachzmarkt in Geismar

Alle Jahre wieder dräut der zweite Atzwentz und damit nicht nur dieses Wort mit den 4 t, sondern auch der dörfliche Whynachzmarkt in Göttingen-Geismar. Schön ist es da, weil klein, auf den Kirchplatz beschränkt nämlich, überschaubar, man kennt fast jedes Gesicht, das einem entgegenblickt, viele Kinder, die dort frei umherstreunen können, ohne daß man als Pfater gleich Panikattacken bekommt.
Allerdings, man muß schon erst mal zwei Glühwein getrunken haben, bis man akklimatisiert ist und die besonderen Vorzüge dieses Events angemessen zu würdigen weiß. Dann aber freut man sich, daß die Luft gar nicht von verbrannten Bratwürsten verräuchert ist, daß es keine professionellen Kunst-Ramsch-Buden gibt, daß 4 Fahrten im noch mit Pferden bestückten Karussell noch für zwo Euro fuffzich zu haben sind und daß Mutti und Pfati sogar mitfahren dürfen, wenn das Lütte plötzlich Angst kricht. Vor den Pferden, vor der Musik oder vor dem Whynachzmann (oder war’s der Nikolaus?!), der sich leibhaftig und mit Rute plötzlich mitten im Getümmel materialisiert. Mit großem Sacke, aus dem er jedem Kind, das ihm die Hand schüttelt und seinen Namen verrät, ein Geschenkelein überreiheicht. Manchen auch zwei – und Kind3 sogar vier. Mußte einfach nur lange genug dastehen und sehnsüchtig dreinblicken…

Wenn einem soviel schönes widerfährt, dann ist man als Kind sogar bereit, danach die Schuhe zu putzen, damit der liebe Nikolaus in der folgenden Nacht auch ordentlich was reinfüllt. Und den Wunschzettel, den sorgfältig geschriebenen und bemalten, den muß er ja auch gleich mitnehmen, damit der Whynachzmann weiß, was er zu tun hat, nämlich.

31. August 2004

Altstadtfest

Spaß hat das gemacht. Sogar das Wetter zeigte sich gnädig. Es regnete nur ganz ganz wenig und zwischendurch war es fast richtig schön.
Musik von Silverline – melodiös-lyrischer Rock mit Frontfrau Beate, so die Ankündigung – gut hörbar, wenn ich da auch in keinen Enthusiasmus ausbrechen mochte. Das charmante Lächeln der Frontfrau, von direkt unter der Bühne genossen, machte aber musikalische Ungereimtheiten wett.

Spannender fand ich Sam White – Colours of music, einen Mittelalterrockverschnitt aus Thüringen mit Hupfdohlen. Musikalisch mainstreamig und völlig uninteressant. Aber die Hupfdohlen sahen gut aus und sie tanzten gekonnt und raffiniert choreographiert. Vor allem aber war Leben vor der Bühne. Jede Menge sehr gruftig gestylte junge Menschen waren begeistert und tanzten und hatten gute Laune. Da ließ man sich gern anstecken. Und fand es nur ein bißchen peinlich.

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