31. Dezember 2010

Sylvester


Nach dem morgendlichen Brötchenholen bei zwei verschiedenen Bäckern besuche ich im weiteren Verlauf noch 2 Aldi-Märkte, 1 Tegut und 2 Rewes, bis endlich alles zusammen ist, was man üblicher- und zweckmäßigerweise für das Überleben so eines endlosen Sylvester-/Neujahrswochenendes benötigt. Die Gattin staunt, wie gelassen ich das hinnehme. (Ich auch.)
Mir fehlt dabei ein bißchen die Gelegenheit zum vor mich hin Träumen und gute Vorsätze fassen. Aber zwischen den noch anstehenden Vorbereitungen für den Abend, dem Einsetzen der alljährlichen Fernsehprozedur und dem Abböllern im Nieselregen auf Schnee ergibt sich ja vielleicht die eine oder andere Schrecksekunde, in der ich die Höhen und Tiefen von 2010 mal eben Revue passieren lassen und mich auf die Highlights von 2011 freuen kann.
Jedenfalls endet dieses Jahr (bis jetzt) mit einem guten Gefühl. Wenn das nächste so anfängt, gibt es nur Gründe, laut und vernehmlich Danke zu sagen.

30. Dezember 2010

Im Schnee unterwegs


Mit dem Rad fahren ist in diesen schneereichen Tagen nicht nur kein Vergnügen, sondern einfach auch gefährlich. Die Radwege werden nicht mehr geräumt, da fühlt sich die Stadt entweder nicht mehr zuständig oder es mangelt an Geld oder Material oder gar Personal oder beidem -
Also Bus fahren. Kann man machen. Aber Spaß macht das bestimmt nicht. Die meisten Bus-Linien fahren in Göttingen nur alle halbe Stunde. Wenn man das also nicht einigermaßen genau abpaßt, steht man unter Umständen lange dumm rum und wartet. Und fängt an zu frieren.
Also gehe ich zu Fuß. Und entdecke gar nicht unbedingt die Freuden der Langsamkeit oder dieser neumodischen “Entschleunigung” (blödes Wort ja übrigens), sondern Freude an anderer Bewegung als sonst und an Einblicken, die ich beim schnellen Vorbeiradeln nie wahrnehme. Das macht richtig Spaß.

21. Dezember 2010

Mehr Winter, bitte!

Nachts scheint der Mond auf den Schnee und hüllt alles in einzigartiges Licht, wirft lange blaue Schatten und verteilt knackende -17° auf die Stadt und über das Land. Die Heizung würde kochen, wenn man den Regler nicht etwas runterdrehte. Eigentlich habe ich Lust jede Menge Photos zu machen, aber da würden mir dann vielleicht doch die Finger etwas zu steif – oder wahrscheinlicher: der Akku der Kamera schlapp machen.
Morgens ist es deutlich wärmer: angenehme -11°. Und: es schneit wieder.
Mit dem Fahrrad schliddere ich über all die nicht geräumten Rad- und Fußwege, neben mir der Autostau im frierenden Stillstand. Kleine scharfkantige Flocken treffen zwischen Kapuze, Stirnband und Schal mein Gesicht. Alle paar Meter muß ich anhalten, meinen rechten Handschuh ausziehen, die Knipse aus der Brusttasche zerren und knipsen. Ich bin völlig begeistert.

So darf es bitte weitergehen!

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