Die Südspange ist tot | Home | Göttinger Nacht der Kultur

17. Juni 2010

Au revoir, Paris!

100 Grillionen Touris können sich nicht irren, möchte man meinen. Und ich kann nur bestätigen: in den Straßen des Montmartre ist es richtig schön, man hat dort unwillkürlich die Filmmusik von Amélie in der Ohren. Das beschwingt meine Schritte. Den Pariser Verkehr habe ich unerwartet zivilisiert erlebt. Natürlich sind die Straßen zu bestimmten Zeiten voll und das Temperament der Franzosen sorgt für eine hohe Grundlautstärke. Nicht nur, daß gern und ausdauernd gehupt wird, auch die Stimme wird gern gehoben. Sehr beeindruckt haben mich die unüberschaubar vielen Roller- bzw. MotorradfahrerInnen, die an den großen Boulevards gern zu fünft nebeneinander an roten Ampeln warten, um dann bei Grün mit wahnsinniger Beschleunigung schnell außer Sichtweite zu verschwinden, lange danach gefolgt von eher gemächlich wirkenden Autos, Taxis und Bussen, zwischen denen sich bereits wieder neue Motorräder hindurch schlängeln. Ihr Wendigkeit und Schlankheit ist absolut Trumpf. Auch am Straßenrand, wo sie überall endlose Parkreihen bilden, ähnlich wie in Göttingen die Fahrräder.
Auf den Bürgersteigen heißt es Schritt halten, mit der rasanten Eleganz der Stadtbewohner – und sich dabei nicht irritieren lassen von vielen vielen Bettlern oder Touris, die hilflos suchenden Blickes den Weg versperren.
Aber – all das hat nichts bedrohliches. Und beim Überqueren der großen Straßen hatte ich kein einziges Mal Angst zur Zielscheibe blindwütiger Autofahrer zu werden. Was in Göttingen gelegentlich durchaus passiert.

Begeistert hat mich das multikulturelle Leben: in Chinatown im Süden, in Belleville im Osten und am meisten in der rue du Faubourg Saint Denis mitten im 10. Arrondissement. Diese Straße bin ich bestimmt 10 mal hin und her gewandert und konnte mich nicht dran satt sehen.
Ebenso gern und fast so oft bin ich durch die schönen altmodischen Passagen flaniert, die sich zwischen rue Lafayette und Boulevard Haussmann und noch weiter nach Süden durch die Häuser ziehen, in denen es sich in Briefmarken, alten Postkarten, Deckeln von Champagner-Korken oder Zubehör für Puppenhäuser stöbern läßt. Gleich nebenan kann man wunderbar zu Mittag essen.

Paris ist voll cool, in jeder Hinsicht. Abgesehen von Istanbul kenne ich keine andere Stadt, die so viele Photomotive in so dichter Folge bietet. Alors au revoir, Paris – à bientôt…!

 

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