30. April 2008

Analog photographiert

Heute Morgen bin ich in echt lecker riechender Luft von Geismar zum Kiessee gelaufen und drum rum. Am Deich und über’m Kiessee lag ein dünne Schicht Bodennebel, schon von Ferne sehr einladend. Völlig phantastisch dann auf dem Rückweg, als die Sonne darauf sehr ausgefallene Lichtspiele trieb. Natürlich hatte ich keine Digicam dabei, nur meine äußerst analoge Kamera: als die Sonne genau hinter dem großen Baum am Deich stand und durch den leichten Nebel um den Baumstamm herum eine kleine rot schimmernde Korona entstehen ließ, da blieb ich stehen, fokussierte, zoomte gedanklich etwas hin und her und speicherte das Bild dann in den emotionalen Regionen irgendwo hinter den Augen.

28. April 2008

5 Jahre jetzt also hier

Beinahe hätte ich’s auch noch verpaßt.
Dabei habe ich letzte Woche einige Meter drüber nachgedacht, wie weit ich für den Jubiläumsartikel ausholen sollte, um einen kleinen kulturphilosophischen Rundumschlag durchs Bloggerwesen zu verhackstücken, dabei die damalige, die heutige und selbstredend die schlechthinnige Motivation mit abklärend – und schlußendlich einen nicht zu fingerzeigenden aber doch motivatorisch unzweideutigen Ausblick in eine starke und selbstbewußte Bloggerzukunft zu prophezeien.
Aber das laß ich. Lieber bei herrlicher Frühlingssonne draußen sein oder ein Eis essen oder beides.
Stattdessen einfach mal so lapidar angemerkt: der Sinn des Bloggens liegt ja nicht immer so direkt auf der Hand, dieses Blogs hier, das sich nie für ein Thema entscheiden oder gar mal auf irgendwas festlegen kann (oder will), erst recht nicht. Damit spiegelt es sicher mehr den unkonzentrierten und unstetigen Geisteszustand seines Autoren wieder als den des herrschenden Weltgeistes. Aber trotzdem macht es Spaß. Nach all den Jahren, all den nutzlos geschriebenen, wenn auch hingebungsvoll formulierten Pamphleten, all den sorgfältig komponierten und arrangierten Bildern, die aber doch letztlich in der großen Bildmasse des Internetz untergehen.
Dennoch kann ich sagen: es macht mir Spaß.
Und: ich verdiene keinen Pfennig daran, sondern es kostet nur. Aber das macht nichts. Sie befinden sich dafür hier in einer quasi-mehrwertfreien Zone. Wo gibt es das sonst noch?!
Trotz all der Themensprünge, Umbenennungen und URL-Umleitungen, von Software-Veränderungen ganz zu schweigen, trotz allem konnte ich nicht verhindern, daß noch immer Wegsuchende im großen Labyrinth hier hängen bleiben, einige scheinen sogar gezielt, in bewußter Absicht zu kommen. Und davon sogar eine Handvoll öfter. Immer wieder öfter.
Danke dafür.
Danke Welt, daß Sie es mir gestatten, hier meine Gedankenstube öffentlich zur Schau und zur Diskussion zu stellen. Danke Welt, daß Sie sich nicht die Mühe machen, sich aufgrund meiner niedlichen Anstrengungen hier oder anderswo nennenswert zu ändern. Danke Welt, daß Sie mich damit auch letztlich vor der Versuchung bewahren, dieser eitlen Sünde (oder sündigen Eitelkeit?) aufzusitzen (der irrigen Annahme nämlich, ich könnte am Lauf der Welt etwas ändern. Oder sollte gar!).
Danke Welt, daß Sie mir hier keine Werbeeinahmen aufnötigen.
Danke für diesen Tag: ich genieße ihn gerade.

“Bis hierhin vielen Dank.”

Mein Sonntag

Morgens ein gutes Stündchen zu zweit im Wald laufen.
Mittags eine kleine Radtour allein ins Gartetal.
Nachmittags knapp 2 Stunden Waldspaziergang mit meinem Sohn.
Später faul im Garten rumliegen.
Abends dann doch mal rein: Tatort gucken.
Schlafen aber wieder mit weit geöffneten Fenstern.

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