28. Februar 2008

Früher Vor-Frühling

Am Wochenende sind in großen Formationen die Kraniche nach Norden über uns hinweg geflogen. Die Amseln singen bereits regelmäßig am Morgen, wenn auch immer noch etwas verhalten. Heute Morgen am Wasserwerk Kiesseestraße die erste Singdrossel der Saison. Und Rotkehlchen, die offenbar zwischenzeitlich Pause gemacht hatten.
Schön ist das!
Der Februar war wettermäßig ein echter Verwöhnmonat: so viel Sonne und Wärme! Klimakatastrophe hin oder her, wenn sie sich hier so auswirkt, fällt es sehr schwer, sie bedrohlich zu finden.
Seit dem letzten Wochenende bekommen die ersten Bäume Blüten und Blätter, die Vegetation scheint Monate zu früh dran zu sein. Oder täuscht das, wie schon so oft?

25. Februar 2008

Knipser-Treffen

Mit ungefähr 40 Leuten aus allen Teilen der Republik, aus Frankreich und England treffen sich die Photo-Junkies quasi zur großen Selbsthilfegruppe in Berlin: zum gegenseitigen Beschnuppern in echt und natürlich zum gemeinsamen und gegenseitigen Photographieren. Es ist äußerst seltsam, ausgerechnet die sattsamst bekanntesten und am meisten und völligst abphotographiertesten Orte in der großen, deshalb natürlich sehr langsamen Gruppe abzugrasen. Es führt bei mir zu zeitweiser Knips-Lähmung, ein Zustand, den ich sonst nicht kenne.
Allerdings, wenn ich danach die Ausbeute auf der Festplatte betrachte, kann der Lähmungszustand auch nur ein sehr partieller gewesen sein. Vor allem sind ein paar sehr schöne und sehr kommunikative Portraits entstanden, über die ich sehr froh bin.
Ein herausragendes Erlebnis, soviele Gesichter auf einmal real zu sehen, Stimmen zu hören, die man vorher nur schriftlich wahrgenommen hat und Nähe zu fühlen, die in der Realität eine noch direktere und schönere Fortsetzung findet, als sie in der Virtualität bereits begonnen hatte.
Mehr faszinierend als verwirrend die Gespräche, deren Sätze teils auf französisch beginnen, einen englischen Mittelteil erhalten und auf deutsch schließen: die Verständigung läuft auf vielen Ebenen und funktioniert wunderbar.
So dürfte es öfter sein.
Die Photographie bewährt sich als Kommunikationsmedium. Und Berlin wird mehr denn je zu meiner zweiten Heimat.

22. Februar 2008

Winterschönheit vor der Linse


In den letzten Tagen hat das vom Wetter zur Verfügung gestellte Licht, das available light, den Photographen sehr verwöhnt. Morgens und abends wunderbare Farbverläufe von blau nach rot und umgekehrt.

An diesem Morgen hier (20. Februar) war es zudem gut kalt und leicht feucht, was uns diese leuchtende Rauhreif-Welt gezaubert hat. Wenn es so etwas tut, das Wetter, dann mache ich gern einen Schlenker auf dem Weg zur Arbeit oder von der Arbeit nach Hause, fahre

übern Deich oder am Kiessee entlang oder an solche Stellen, wo man vom Wetter besonders viel sieht und wo es für mein Empfinden besonders fotogene Spuren hinterläßt.
Ich habe bei diesen Gelegenheiten aber natürlich nie meine Spiegelreflex dabei, sondern nur die kompakte Digi, eine Canon G6, die nun schon über 3 Jahre alt ist und nur 7 Megapixel auf die Waage bringt. Ein Spielzeug also, das für die Technik-Freaks, die immer auf dem neusten Stand sein müssen, allenfalls nostalgischen Wert haben dürfte. Die G6 hat aber ein ziemlich gutes Objektiv, das dank Blende 2.0 auch in ziemlich lichtschwachen Situationen noch einiges möglich macht. Und sie hat ein extrem praktisches Klappdisplay, das den Blick von oben gestattet und diese peinliche sonst übliche Digicam-Haltung, in 50cm Entfernung mit ausgestrecktem Arm vorm Gesicht, vermeiden hilft ;-) Ab ISO 200 rauschen die Bilder sichtbar, sie macht überhaupt nur bis ISO 400, aber die damit erzeugten Bilder sind trotz Rauschen immer noch verwendbar, ansehnlich – ja manche Motive nehme ich sogar extra damit auf, weil ich das Rauschen (oder das Korn, wie man das zu analogen Zeiten nannte), kreativ in die Bildgestaltung einbeziehen möchte.
Genial an der G6 ist auch, daß ich dafür dieselben CF-Karten und dieselben Akkus nutzen kann wie für die Canon Eos.
Vorteile, die in der Summe der Firma Canon wohl zuviel wurden. Die Nachfolgemodelle (G7 und G9) haben zwar bessere Prozessoren als die G6, aber ein schlechteres Objektiv (Blende 2,8), einen kleineren Akku (wegen Gewicht), unterstützen keine CF-Karten mehr sondern SD-Karten und, was ich am gravierendsten finde, sie haben keine Klapp-Displays mehr.
Das ist schon ziemlich ärgerlich. Zumal man natürlich auch meinem G6-Exemplar gelegentlich anmerkt, daß es nicht für die Ewigkeit gebaut wurde. Und wenn das gute Teil irgendwann kaputt geht, wird es keinen Ersatz dafür geben und kein Nachfolgemodell, das ihm das Wasser reichen könnte.

Seiten:  1 2 3 4 5 6 weiter