31. Juli 2007

10 Jahre – 10 Kilometer

Den Tag weiß ich nicht mehr ganz genau. Aber Ende Juli vor 10 Jahren (soviel ist sicher) habe ich mit dem Laufen angefangen. Deutlich noch erinnere ich mich an das erste Mal. Schwächelnd von monatelangem vor mich hin Kränkeln dachte ich eines Tages, ich müsse etwas tun und lief einfach los. Etwa 1 Kilometer aufs Feld raus und wieder zurück. Sicher viel zu schnell und vielleicht auch zu weit fürs erste Mal. Ich hatte danach ein paar Tage so derbe Muskelkater, daß ich kaum noch Treppen steigen konnte. Aber das zweite Mal ging schon besser und nach ein paar Wochen hielt ich schon eine halbe Stunde durch. Sehr langsam allerdings. Ich erinnere mich noch an das unangenehme Gefühl, am Kiessee vor mich hin keuchend von Muttis mit Kinderwagen überholt zu werden. Da suchte ich mir dann schleunigst andere Strecken und bald vor allem eine andere Tageszeit aus, den frühen Morgen nämlich.
Geträumt habe ich zuerst, die Strecke zum Kiessee von zuhause aus zu laufen und wieder zurück. Das sind ungefähr 7 Kilometer. Und als ich das geschafft hatte, wollte ich an die 10 Kilometer. Und das ist meine Lieblingsdistanz geworden und geblieben.
Eine runde Stunde laufen, das schafft Raum zum Durchatmen, zum Nachdenken auch über kompliziertere Zusammenhänge und für nachhaltige Kondition.
Die Highlights in den 10 Jahren waren Läufe im Frühnebel durch Ostberlin, bei Sonnenaufgang auf Korsika und auf Lanzarote oder auch noch im Dunkeln morgens in der Nähe des hannöverschen Flughafens Langenhagen, wo man hin und wieder zwischen Wolkenfetzen die Landescheinwerfer der Flugzeuge sehen und natürlich die ganze Zeit ihren Lärm hören konnte. Das war ebenso gruselig wie toll.
Die normalen Heimatläufe durch Göttingen, um den Wall rum oder zum Kiessee, sind lange schon zum Lebenselixier geworden. Unverzichtbar. Nicht wegzudenken. Das ist echt gut so.

30. Juli 2007

Ergiebiger Regen


Noch regnet es nicht – aber bald. war das Motto des Wochenendes. Dabei fiel u.a. der kultige Wäschewechsel auf der Stolle buchstäblich ins Wasser. Man war froh nicht im Zelt leben zu müssen und schaute immer mal wieder besorgt auf die eigenen Hände, ob zwischen den Fingern schon Schwimmhäute wachsen. (Umfassende Illustration bei Toby)
Heute Morgen dachte ich noch halb im Scherz, ich sollte Handschuhe mitnehmen zum radfahren. Dann war ich froh, meine unbehandschuhten Hände unter die Jackenärmel stecken zu können. 10° an einem Hochsommermorgen lassen selbst hartgesottenen Humor frostig werden.
Das Gewitter am Samstag, das garstig krachend und ergiebig schüttend genau über uns hinweg gezogen ist, hat einen Dachstuhl in der Liebrechtstraße in Brand gesetzt und damit erheblichen Schaden angerichtet, wenn auch niemand verletzt wurde.
Es geht uns besser als den Italienern oder Canariern oder Balkanesen, deren Wälder seit Wochen in Flammen stehen. Es geht uns besser als den Briten, deren Land unter Wasser steht.
Vieles ist hier besser, aber nichts ist gut.

Neues vom Ostkreuz

In bislang verborgen gebliebenen tieferen Verzeichnisebenen meiner Festplatte sind überraschend bisher unveröffentlichte Ostkreuz-Photos aufgetaucht. Damit wird der Ostkreuz guide ab sofort wieder belebt.

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