6. Dezember 2006
Gruß zum Nikolaus
Heute mal ein Link zu einer besonderen Photo-Site: Bilder aus dem Leben israelischer Soldatinnen: serialno3817131 – von Rachel Papo.
Aber Vorsicht: könnte zum Nachdenken anregen.
Heute mal ein Link zu einer besonderen Photo-Site: Bilder aus dem Leben israelischer Soldatinnen: serialno3817131 – von Rachel Papo.
Aber Vorsicht: könnte zum Nachdenken anregen.
Gefühlt ist es wie Frühling, wenn es morgens 11° warm ist, am 5. Dezember, Rotkehlchen und Amseln singen, es sich ohne Handschuhe, ja beinahe ohne Jacke radfahren läßt und man das Kind nicht wie eigentlich üblich stundenlang anziehen muß, sondern ihm grad so was überwirft und losfährt.
Am Ersten Adventswochenende habe ich in Berlin die vielen Cafés und Kneipen bestaunt, vor denen die Leute draußen im Freien saßen, zwar dick angezogen, aber draußen – und die Sonne genossen, Sonne satt aus einem schier endlos blauen Himmel.
Und was bedeutet das nun? Heißt Klimawandel jetzt, daß der Winter künftig ausfällt oder nur noch in der Light-Variante angeboten wird? Wie reagieren die Wetterfühligen? Was macht so eine gepflegte Depression, wenn sie keinen richtigen November mehr bekommt? Und wie finden wir das, wenn wir an Heilich Abend Rasen mähen müssen, während aus den offenen Wohnzimmerfenstern Oh du fröhliche trällert?
Die wichtigste Frage aber: wann sollen wir uns verlieben, wenn der Frühling schon im Herbst stattfindet?
Zum vierten Mal in diesem Jahr bin ich in Berlin, laufe an bekannten und weniger bekannten Stellen umher, die Knipse im Anschlag, halte Zustände fest, bilde Situationen ab und behaupte Stimmungen in die Bilder, die außer mir vielleicht gar niemand so erlebt.
Am Ostkreuz sind die zerstörerischen Spuren der Sanierung nicht mehr zu übersehen. Eine Brücke wurde herausgerissen aus dem Damm der Nordkurve, die letzten Bäume dort abrasiert und auch ringsum ist ein häßlicher Kahlschlag entstanden. Einige wenige Perspektiven mit der Kamera helfen noch einen “alten” Eindruck zu erhalten. Aber vor allem tut es weh all die Zerstörung zu sehen. Die Zerstörung eines von vielen für mich ganz besonderen Orten in Berlin.
Es ist so viel, was in den letzten gerade mal 8 Jahren, seit ich Berlin regelmäßig besuche, verschwunden ist.
Zu viel:
Offenbar habe ich mir mit viel zielgerichtetem Fingerspitzengefühl all die Stätten zu meinen liebstangelaufenen auserkoren, deren Stunden von vornherein gezählt waren.
Auf dem Rückweg im Zug spielt mein mp3-Player immer wieder Wolfsheim: “Kein Zurück”.