30. Oktober 2006

Zurück im Herbst

Nach zwei Wochen Sommernachschlag ist es gaaanz seltsam hier wieder anzukommen. Das liegt nicht nur an der nächtlichen Reise- und Ankunftszeit, auch nicht nur an dem so absolut anderen Licht und Geruch hierzulande. (Übrigens riecht es hier viel besser!)
Es ist auch, daß nach zwei Wochen völliger Internet-Abstinenz vieles so enttäuschend wirkt, wenn man sich wieder einstöpselt.
Von den 187 Mails in meinem Briefkasten blieben nach dem Löschen von Spam und Verwaltungskram noch ungefähr 40. Und davon waren 36 Kommentar-Meldungen zu den (Photo-)Blogs. Ja, das ist schön, auch in Abwesenheit zu den Bildern Feedback zu bekommen. Da will man nicht undankbar sein. Und doch, daß so keine einzige richtig persönliche Mail dabei war, enttäuschte. Da will ich mir auch nichts vormachen.
Und so setzen sich die bereits im Urlaub begonnenen Sinnfragen fort: wozu blogge ich? Warum veröffentliche ich meine Photos? Welche Ziele verfolge ich damit und was will ich damit erreichen? Wer bin ich überhaupt und wohin geht meine Fahrkarte?

Während ich unter der südlichen Sonne und unter dicken Schichten 30er-Sonnenzeux brutzelte, las ich “Neue Vahr Süd” von Sven Regener, unbedingt empfehlenswerte 631 Seiten (sonst etwa meine 3-Jahre-Dosis), die mich nicht nur zu manchem lauten Lacher gebracht haben (was ich bei andern ja eigentlich gar nicht abkann), sondern auch mich zum Nachdenken anregten – etwas, was angeblich ja mitunter (auch meine) Photos tun… Wobei niemand jemals schreibt, worüber er dann nachdenkt!
Mich erinnerte das Buch an lange vergangene Zeiten und es hinterfragte dabei so manche meiner immer für unumstößlich gehaltenen Entscheidungen. Nein nein, ich möchte natürlich nichts anders machen heute (Gott bewahre!), aber vielleicht so manches gern lockerer sehen, entspannter angehen als damals und – was ich öfter schon mal vorsichtig andachte: realisieren, daß ich selber nur der Mittelpunkt meines eigenen Universums bin.

Und hier ist Herbst. Es riecht so gut. Der Geruch geht mir unter die Haut.
Ich möchte etwas Neues beginnen.

11. Oktober 2006

Vorurlaubsstress

Warum ist das eigentlich immer so, daß sich unmittelbar vor dem Urlaub die dringend schnell noch zu erledigenden Aufgaben häufen? Kann doch nicht nur daran liegen, daß man eben immer alles bis zum Schluß vor sich her schiebt. Ist doch schon auch so, daß die lieben Kollegen mit nur mühsam verhohlen schadenfrohem Grinsen schnell noch ein paar Vorgänge auf den großen Haufen legen, der leider nicht bis nach dem Urlaub warten kann. Und zuhause dann muß man die diversen Services abbestellen für die Dauer des Urlaubs (Zeitungen, Milchlieferungen etc.) und andere dafür erst organisieren (wer füttert die Kaninchen, gießt die Blumen etc). Und was es alles noch einzukaufen gilt für den sonnigen Süden, nachdem man festgestellt hat, daß die Badehose nicht nur der letzten Mode nicht mehr wirklich entspricht, sondern – ach ja – schon irgendwann im Sommer das Bändchen irgendwie gerissen ist und sie jetzt nicht mehr sitzt. Also noch schnell einen Laden finden, der auch im Oktober noch Bademoden feilbietet. Dazu Sonnenzeug und Après-Lotion. Und Reiseverpflegung. Und den Transfair zum Flughafen. Und die Pässe nicht vergessen!
Wenn man dann endlich im Flieger sitzt, schon beinahe meint sich entspannen zu können, dann denkt man aber doch nur die ganze Zeit: hoffentlich sind wir bald da (weil es so eng ist / die Luft so schlecht ist / die Kinder so ungeduldig sind). Und hoffentlich kommen wir noch rechtzeitig zum Abendbrot. Und hoffentlich können wir gleich abends noch mal an den Strand.
Und so geht der beinahe schon liebgewonnene Vorlaubsstress nahtlos in den Urlaubsstress über, auf den man sich das ganze Jahr vorher schon so gefreut hat. Alle Jahre wieder. Und wenn man den Rückreisestress hinter sich gebracht und sich zuhause wieder eingelebt, die Wäsche gewaschen, den Kühlschrank wieder gefüllt und im Büro den Schreck über die 2735 ungelesenen Mails verwunden hat, dann ist das zum Glück bald alles auch schnell wieder vergessen. Der Alltag hat einen wieder und man kann sich endlich wieder ganz in Ruhe auf den nächsten Urlaub freuen.
Allerdings kommt dann natürlich auch bald wieder der “wo fahren wir denn bloß nächstes Mal hin?” – Stress und damit einhergehend der ganze Stress des Strand- und Hotelaussuchens und Terminfindens und Flug-Buchens und dann ist aber ja zum Glück auch schon Ende November und man kann sich prima vom Vorwhynachzstress ablenken lassen und sich endlich wieder ganz anderen Sorgen widmen.
Es geht uns gut. Danke der Nachfrage.

10. Oktober 2006

Oktobersonne, morgens

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