31. August 2005

Im Radio-Wahn

Viele der (überwiegend) Frauen in meiner Umgebung sind dem Wahn verfallen, sie könnten sechzehntausend Euro gewinnen, wenn Sie sich am Telefon immer mit dem an Blödheit nicht zu überbietenden Slogan von EffEffEnn melden. Weil irgendwann könnte der Anrufer ja von diesem Privatsender sein und dann hätten sie gewonnen.
Was mich daran verzweifeln lässt, ist, dass dieser Sender, der seit Jahrn von morgens bis abends dasselbe dudelt und einen überdies mit unerträglichen Stimmen langsam aber sicher in den Wahnsinn treibt, dass dieser Sender sich mit dieser Aktion lauter freiwillige und kostenlose Werberinnen sichert.
Jede, die ich darauf bisher ansprach, erwiderte: ja, aber wenn ich damit die Euros gewinnen kann, dann mach ich das.
Natürlich übernehmen die Kinder das genauso fraglos.

Früher wurden Stadionumrandungen plakatiert, später die Spielertrikots, dann die Busse und Bahnen ganzflächig, so dass man nicht einmal mehr hinausgucken kann – und nun noch die Kommunikation (vorerst nur am Telefon) -

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29. August 2005

Sommergedicht


So ein unglaublich schönes Wetter wie heute war dieses Jahr noch nicht. Den ganzen Tag völlig tiefblauer absolut wolkenloser Himmel – ohne Kondensstreifen, aufs angenehmste wärmende Sonne, Wohlgerüche in der Luft und daraus folgend milde Laune vom feinsten.

Danke!

27. August 2005

Drei Diven im KWP

Zum Rockfestival im Waiser-Wilhelm-Park soll eigentlich J.J. Liefers mit seiner Band kommen. Aber der hat kurzfristig abgesagt. An seiner Statt legen Birgit von Lüpke, Insa Rudolph und Sascha Münnich ein beachtliches Soul-Konzert auf die Bühne.
Nachdem man sich mit dem Fahrrad den schon etwas beschwerlichen Weg hinauf in den Wald gemüht hat, ist diese Programmänderung nichts, was einen davon abhalten könnte das Festival zu besuchen. Auch die kühle Abendluft ist kein Problem, man hat genug zum Überziehen mit. Nur die Bestuhlung ist einfach nicht altersgruppengerecht: man muss stehen.
Mir gefällt sehr, was Birgit von Lüpke mit ihrer Stimme anstellen kann, noch besser ist der Sound, den Karsten von Lüpke dem Piano und Beo Brockhausen dem Saxophon entlocken. Feinster Jazz.
All das ändert nur nichts daran, dass ich auf Rockmusik eingestellt bin, genau darauf so richtig Bock hätte und mir die gefühlvollen Soul-Balladen einfach zu harmlos sind. Auch das Beiprogramm, die Comedian-Harmonists-Darsteller des Deutschen Theaters und die Göttinger Allstars-Band mit Achtzigerjahre-Hits – ist offenkundig genau abgestimmt auf den Geschmack der GT-Kulturredaktion und natürlich den der gestandenen Göttinger BürgerInnen.
Ich bin ja nur Zugezogener.

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