30. Juni 2005

IT-Sicherheit

Heute bin ich mit dem Zug in die große Stadt gefahren und dort mit U-Bahn und Bus immer noch schneller zum Seminarort gelangt als mit dem Auto. Dazu natürlich viel bequemer und entspannter. Vorher hatte mir der Koordinator der Bildungsanstalt beim ersten Anlauf weiszumachen versucht, der Ort sei mit öffentlichen Verkehrsmitteln eigentlich gar nicht zu erreichen, beim zweiten Versuch schilderte mir ein anderer mit belustigtem Unterton in der Stimme, man könne natürlich mit der U-Bahn ganz raus bis zur Endstation fahren, von dort seien es aber noch 500 Meter Fußweg.

Eine unvorstellbare Zumutung für IT-Menschen?
Ich fand es angenehm. Hin- wie rückzus. Ich fahre gern U-Bahn und bewege mich gern in anderen Städten – so, daß ich etwas von ihnen und ihren MitbewohnerInnen mitbekomme.
Die Bildungsveranstaltung selbst war leidlich spannend. Ein längerer Exkurs über die juristischen Implikationen des Email-Verkehrs war gar nicht mal uninteressant. Die Vorstellung der geplanten Maßnahmen zur Verbesserung der IT-Sicherheit (Intrusion-Detection-Systeme, das ganze Firewall-Geraffel und die per Nitrobit zu beschneidenden Userrechte am Windows-PC klang nach viel Goodwill, an den Details muß aber sicher noch viel gearbeitet werden – und die ersten bösen Bauchlandungen sehe ich schon plastisch vor meinem geistigen Auge.
Auf jeden Fall wartet nun eine Menge konzeptioneller Arbeit, auf die ich mich freue. Ja, echt.

29. Juni 2005

Mein Web zu Linux (5)

Passieren ja schon seltsame Dinge.
Gestern Abend hatte ich keine Möglichkeit mehr, von der KDE aus den PC runterzufahren, weil mir das Menü nur Abmelden anbot, nichts sonst. Und nach dem Abmelden war da nur ein kleines Fenster namens XConsole. Glücklicherweise erinnerte ich mich, daß es da einen Befehl namens shutdown gibt…
Und heute wollte Linux erstmal gar nicht starten. Nach dem seltsam grauen Anmeldebildschirm kam nur ein X und die XConsole. Nix KDE.
Da hab ich dann erstmal die DVD eingeworfen und aus dem Installationsmenü eine Reparatur angestoßen, bei der allerdings nicht viel, um nicht zu sagen: gar nichts rumkam. Erst als ich auf die Idee kam, mal einfach links zu klicken, bekam ich plötzlich ein XTerm-Fenster, in das ich KDE eingeben konnte – und dann kam KDE. Das fand ich dann ja doch wieder gut. Intuitiv sozusagen.
Und dann ging es auch weiter. Mit Hilfe dieser Anleitung gelang es mir (toi toi toi!) den Hobel erstmal wieder flott zu machen. Ohne Neuinstallation.
Und dank Truetype-Schriftarten sieht es hier auch schon deutlich besser aus… :-)

Verschmelzendes Cadarache

Ist schon ein paar Jahre her, da verbrachten wir einen Fahrrad-Urlaub in der Provence. Eine meiner besten Erinnerungen überhaupt: die langen traumhaften Pässe durch die Haut Provence in die region des clues. Auf dem Weg dorthin kamen wir durch ein wunderschönes, abgeschieden wirkendes Tal mit paradiesischer Ruhe und ebensolcher Vegetation: Cadarache. Man ahnte dort in keiner Weise, was direkt hinter dem Hügel schon damals im Gange war: das französische Atom-Forschungsprogramm.
Nun soll dort mit dem geschätzten Aufwand von 10 Milliarden Euro die Kernfusion zur Energiegewinnung in Gang gebracht werden. Höchst fraglich, ob es realistische Aussichten gibt, dieses Verfahren innerhalb überschaubarer Zeiträume (also < 50 Jahre!) ernsthaft nutzbar zu machen und gar kommerziell nutzen zu können. Ganz sicher aber, daß es unabsehbare Gefahren birgt, ungeheuere Mengen Geld vernichtet und aufgrund notwendiger Geheimhaltung und Schutzvorkehrungen gegen Spionage, Sabotage und Atomkraftgegner wie dich und mich die Strukturen weiter vorantreiben hilft, die Robert Jungk schon 1977 hinreichend beschrieb.
Wie wäre es, die 10 Milliarden in die Entwicklung von Solarenergie zu investieren? Das wäre ein Wegweiser in Richtung einer lebenswürdigen Zukunft.

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