30. September 2004

is there anybody out there ?

Erzählung 1 von Frau kopfherz
sie sprang mit dem ersten kreischton des weckers auf. dunkel draußen und regnerisch. der faulpelz in ihr versuchte ihr die aktion auszureden. dunkel! nass! aber sie hatte es sich vorgenommen. also zog sie sich die abends bereit gelegten laufklamotten an. steckte die beiden schlüssel in die tasche.
sie lief in die feuchte dunkle welt. der regen hörte gerade auf. schon nach 50 m spürte sie ihre beine und ihre lunge. autos zogen an ihr vorbei – jetzt nur keine schwäche zeigen. nach 300 m musste sie das erste mal keuchend stehen bleiben. zwang sich zum weiter gehen. kaltes licht schien auf ihr zerzaustes haar, ihr vor anstrengung rotes gesicht. sie zwang sich zum weiter gehen, weiter laufen.
immer, wenn sie nicht mehr konnte, trieb sie sich noch ein stück weiter: nur noch bis zur nächsten laterne, zum nächsten haus, zum überweg.
nach 1,5 km drehte sie um. zwang sich das letzte stück, stolperte, stützte sich am geparkten auto ab. sah die kleinen seen auf der motorhaube. los, nur noch bis zur nächsten laterne, die so hell und einladend und so nah scheint.

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September-Ausklang

Ungewohnt hell war es heute Morgen, zuerst durch den Mond, der (voll?) nur gelegentlich von Wolkenfetzen bedeckt meinen Weg mit hellen Flecken und noch mehr Schatten pflasterte, bald darauf ein großes Wolkenloch, durch das mich die Venus anstrahlte, obwohl schon fast die Sonne aufging.
Das fanden wohl auch die Vögel ungewöhnlich. Reichlich Amseln tixten laut und sehr melodisch in den Hecken, eine sang sogar richtig, wenn auch mit eigenartig verkatert wirkender Stimme. Und während ich nach dem Lauf meine Glieder streckte, rief eine Kohlmeise laut und deutlich Zizibäh. Das war schön, der Morgen bekam dadurch so etwas aus der Zeit gerissenes. Einem Versprechen gleich, mitten auf dem Weg in die Dunkelheit: daß dahinter auch schon wieder das Licht zu erahnen ist.

27. September 2004

Hinab ins Tal

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