30. Dezember 2003

Kalter Jahresausklang

Kalte+Daecher

Morgens um sechs steht hoch am Himmel Jupiter und überstrahlt die Sterne des Löwen. Ein Stück weiter links die Sichel des zunehmenden Mondes neben dem immer noch recht hellen roten Mars.
Drei Stunden später tritt die Sonne über den Berg und lässt die Dächer Göttingens in mild-kaltem Licht erstrahlen. Immer wieder ein majestätischer Moment.
Kalte+Daecher+2

Besonders der Rauch aus den Schornsteinen im Gegenlicht!

Benzstr

Wieder ein paar Stunden später (es ist ja nur gut 8 Stunden hell) leichter Kältedunst, schöne Winterabendstimmung. Der letzte ganze Abend im alten Jahr. Der Abend, an dem man sich so mit am meisten dazwischen fühlt.
Man hat Feuerwerk gekauft, allmählich entsteht Vorfreude auf den Jahreswechsel, diesen besonderen feierlichen Moment, von dem man stets auf’s Neue erwartet, dass er etwas wirklich Neues und Gutes bringt.
Trotz der sich mit den Jahren arg verdichtenden Erfahrung, dass der Januar in der Regel vor allem dunkel, kalt und trist ist, ist immer wieder neu diese Hoffnung da. Plötzlich und stark.

29. Dezember 2003

Zwischen den Jahren

ist man ja immer so besonders drauf: besinnlich und voll der guten Vorsätze. Früher war mir das extrem wichtig, viel aufzuschreiben: das alte gründlich durchzureflektieren, neues zu antizipieren, Sinn zu suchen und einen symbolischen Sprung ins Neue zu zelebrieren.
Dieses Jahr erstmalig haben wir die Einladung zu einer Sylvesterparty ausgeschlagen, weil wir lieber mit unseren Kindern feiern wollen. Familiäre Enge genießen und dann böllern. Übrigens weder trotz Iran (Erdbeben etc.) noch gerade wegen, sondern einfach weil es Spaß macht und weil ich diese moralische Abwertung des Sylvesterrituals mittlerweile völlig indiskutabel finde. Spenden für Leute, denen es dreckig geht, muss man nicht in umgekehrten Zusammenhang zum eigenen Vergnügen bringen. Diese Werteverknüpfung führt nur zu unguten Gefühlen, die niemandem etwas nützen.
Viel Gutes erwarte ich nicht vom neuen Jahr. Politisch und wirtschaftlich wird es wohl kaum entspannter werden – und gesundheitlich kann man für alle nur das Beste hoffen und wünschen!

22. Dezember 2003

Wintereinbruch

Schneeregenblau
Gestern regnete es Bindfäden, heute schneite es weiße Wände, die am Boden sofort zu dreckigem Matsch tauten. Jetzt friert es. Wird schön glatt werden.

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